Mattersburgs Ex-FPÖ-Bezirkschef tritt für die NEOS an

Erstellt am 11. August 2022 | 05:11
Lesezeit: 3 Min
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Andreas Binder bei der Listenabgabe.
Foto: BVZ
Andreas Binder will mit seiner neuen Partei in Bad Sauerbrunn den Einzug in das Ortsparlament vom Kurort schaffen.
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Bei den Gemeinderatswahlen, die am Sonntag, dem 2. Oktober über die Bühne gehen werden, gibt es einen bekannten „Überläufer“: Der ehemalige FPÖ-Bezirksparteiobmann Andreas Binder tritt für die NEOS an.

Binder übernahm Ende vergangenen Jahres die FPÖ im Bezirk Mattersburg, vor einigen Wochen erfolgte sein Rücktritt. „Ich war Jahrzehnte für die Freiheitliche Partei tätig. Als ich zur FPÖ gekommen bin, war sie liberal, nun ist sie leider radikal. Ich bin sehr liberal und weltoffen, die FPÖ hat sich extrem verändert – vor allem unter Kickl. Nur schreien, ausgrenzen, so was geht einfach nicht“, hält Binder fest.

Binder bleibt der Lokalpolitik dennoch erhalten, warum er sich nun den NEOS verschrieben hat? „Das NEOS-Parteiprogramm ist dem der FPÖ vor 25, 30 Jahren sehr ähnlich. Die FPÖ war damals die erste Partei, welche für die EU war. Ich bin glühender Anhänger der Europäischen , multinationaler Unternehmer. Warum man jetzt – sinngemäß – die Grenzen schließen will, verstehe ich nicht. Österreich lebt ja zum Beispiel vom Tourismus. So was passt einfach nicht zusammen.“

Binder stammt aus Niederösterreich, ist mittlerweile bald 20 Jahre in Bad Sauerbrunn wohnhaft. „Ich mache mein politisches Engagement wirklich nur auf Lokalebene, werde mich weder auf Bezirksebene, im Land oder im Bund engagieren. Mich interessiert meine Heimatgemeinde. Dort wohne ich, und ich will etwas dazu beitragen, dass in unserem Kurort etwas weitergeht“, so Binder, der anmerkt, dass man „in der Gemeindepolitik im Konsens arbeitet, nicht gegeneinander.“

Binder tritt auch für die Bürgermeisterwahlen an. „Gemeinsam mit meinem Team – es machen noch der Pensionist Edwin Klein und der junge Beamte Christopher Fink mit – habe ich mir als Ziel den Einzug in den Gemeinderat gesetzt.“

Binders ehemalige Partei, die FPÖ, kandidiert in neun Kommunen im Bezirk, in zwei gibt es Listen mit FPÖ-Beteiligung.

In Mattersburg machen FPÖ-Klubobmann Hans Tschürtz und Peter Pregl (sitzt aktuell als Mandatar für die „Liste Zukunft Mattersburg im Gemeinderat) gemeinsame Sache. Tschürtz tritt als Spitzen- und Bürgermeisterkandidat mit der „Liste Johann Tschürtz Vorwärts Mattersburg“ an.

In der Gemeinde Loipersbach, eigentlich eine „FPÖ-Hochburg“, kommt es zur „ÖVP-FPÖ-Koalition“. Beide Parteien treten gemeinsam unter der Liste „Gemeinsam für Loipersbach“ an. Spitzenkandidatin ist Gemeinderätin Sabrina Neusteurer (aktuell noch FPÖ), auch sie ist Bürgermeisterkandidatin.

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