Neudörfl: Dieter Posch geht in seine sechste Amtszeit

Erstellt am 03. Oktober 2022 | 14:28
Lesezeit: 4 Min
SPÖ behält 15 Mandate im Gemeinderat. Die GRÜNEN gehen als Gewinner aus den Gemeinderatswahlen hervor. Statt bisher einem Sitz, werden sie künftig mit drei Gemeinderäten vertreten sein und haben erstmals Anspruch auf ein Mandat im Gemeindevorstand. Auch die ÖVP legt zu. FPÖ verliert Vertretung im Gemeindevorstand.
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Die Bürgermeisterwahl in Neudörfl bietet traditionell eher wenig Stoff für einen spannenden Wahlkrimi. Das sollte sich auch bei den Wahlen 2022 nicht ändern. Langzeitbürgermeister Dieter Posch konnte seinen Posten souverän verteidigen. 64 Prozent der Wähler und Wählerinnen schenkten ihm wieder das Vertrauen. Posch tritt somit seine sechste Amtszeit im Neudörfler Rathaus an. „Persönlich bin ich sehr zufrieden mit der Bürgermeisterwahl und meiner Bestätigung im Amt. Offensichtlich traut die Mehrheit der Neudörfler und Neudörflerinnen mir immer noch zu, dass ich die Gemeinde gut lenke“, sagte Posch nach Auszählung der Stimmen.

Offen hingegen war, wohin die drei Gemeinderatsmandate der Liste Pro Neudörfl wandern würden, da sich ihre Vertreter nach drei Legislaturperioden dafür entschieden, nicht mehr bei der Wahl anzutreten. Für die große Überraschung sorgten in dieser Frage die GRÜNEN. Im Vorfeld der Wahl wurde als Ziel angegeben, ein zweites Gemeinderatsmandat zu gewinnen. Nun sind es insgeamt sogar drei und eine Vertretung im Gemeindevorstand geworden. Ortsparteivorsitzende Sabine Schügerl zeigt sich überwältigt vom Wahlergebnis: „Das ist die Belohnung für 15 Jahre konstruktive Arbeit im Gemeinderat. Unser Ziel waren zwei Mandate. Mit dem Ergebnis haben wir dieses Ziel mehr als erreicht.“ Sabine Schügerl wurde hinter Dieter Posch sogar zweitstärkste Bürgermeisteranwärterin, während sie sich 2017 noch mit dem fünften Platz begnügen musste. „Ich bin sehr dankbar für den großen Vertrauensbeweis, der mir bei der Bürgermeisterwahl entgegen gebracht wurde“, sagte Schügerl nach der Wahl.

Auch die ÖVP unter Bürgermeisterkandidat und Ortsparteivorsitzenden Dominik Strümpf konnte vom freiwilligen Ausscheiden der Liste Pro Neudörfl aus dem Gemeinderat profitieren: Die Neudörfler Volkspartei gewann ebenfalls zwei Gemeinderatssitze. „Wir freuen uns natürlich über die zwei gewonnenen Mandate und bedanken uns bei den Wählern für das Vertrauen.In der bevorstehenden Periode wollen wir konstruktiv arbeiten und die Kontrollfunktion in der Gemeinde ernst nehmen.“, verspricht Strümpf.

Hängende Köpfe gab es dagegen bei den Freiheitlichen, die sich offenkundig mehr vom Ausgang der Wahlen erwartete haben. Nicht nur konnte keines der drei freien Mandate erobert werden, die FPÖ muss sogar einen ihrer bisher drei Sitze im Gemeinderat frei machen, was zugleich den Verlust ihres einzigen Gemeindevorstandsmandats bedeutet. Parteivorsitzendender Robert Perger zum Wahlausgang: „Ganz zufrieden kann ich mit dem Ergebnis nicht sein. 8,9 Prozent und zwei Mandate im Gemeinderat sind trotzdem ein gutes Ergebnis.“ Perger dankt seinem Team trotzdem für den Einsatz und dafür, dass es immer geschlossen hinter ihm gestanden ist. „Wir freuen uns auch in den nächsten Jahren für Neudörfl mitarbeiten zu dürfen.“

Keine Änderung gab es bei den Gemeinderatssitzen der SPÖ, es wird weiterhin fünfzehn rote Mandatare und Mandatarinnen geben. Dieter Posch gewinnt dem Ergebnis etwas Gutes abgewinnen. „Mich freut, dass die SPÖ deutlich an Stimmen zugewinnen konnte, wenngleich es nicht für ein Mandatsgewinn reichte. Das bei der Wahl 2017 eher schwach abgesicherte fünfzehnte Mandat ist jetzt gefestigt.“ Dass die SPÖ keinen der Pro-Neudörfl-Sitze für sich gewinnen konnte, erklärt sich Posch dadurch, dass sich die Wählerschaft der Liste ursprünglich eher aus der ÖVP-Wählerschaft rekrutierte und tendenziell wieder zur ÖVP zurückgekehrt sind.

Bürgermeister Posch freut sich auch, dass der Generationenwechsel innerhalb der Partei erfolgreich eingeleitet wurde. Acht Mandatare ziehen zum ersten Mal in den Gemeinderat ein. „Unsere jungen Kandidaten und Kandidatinnen, die sich jetzt erstmals der Wahl gestellt haben wurden mit einem guten Ergebnis belohnt.

Sorge bereitet ihm hingegen die erneut gesunkene Wahlbeteiligung in Neudörfl und die niedrigste im Bezirk: „Sie ist bei uns generell immer schwach, jetzt ist sie noch mehr gefallen. Das muss uns allen zu denken geben.“

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