Sondersitzung im Pöttelsdorfer Gemeinderat. Am Freitag vergangener Woche tagte der Gemeinderat Pöttelsdorf über das weitere Verfahren zum Thema Um/-Zubau des Futtersilos der Firma Vitakorn.

Von Viktoria Sieber. Erstellt am 25. März 2021 (04:44)
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Der Umbau des Silos der Vitakorn sorgt unter den Anwohnern von Pöttelsdorf für Unruhe.
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Der geplante Silo-Ausbau der Vitakorn Biofuttermittel GesmbH sorgt in Pöttelsdorf für Unruhe. Anrainer haben schon ihre Sorgen wegen erhöhtem Lärmpegel oder Verkehrsaufkommen dem Gemeinderat nahe gelegt. Noch gibt es jedoch keine Einreichung der Projektplanung seitens der Firma Vitakorn.

Vergangene Woche Freitag hat Bürgermeister Rainer Schuber und der Gemeinderat eine Sondersitzung einberufen, um sachlich mit den Gemeinderäten über das geplante Bauvorhaben zu diskutieren. „Der Gemeinderat hat vor allem festgelegt, dass man parteiübergreifend gegen das geplante Bauvorhaben und für das Wohl der Pöttelsdorfer arbeiten möchte.“, so Bürgermeister Schuber, ÖVP.

Festgehalten wurde ebenso, dass zwischen dem geplanten Zu- und Umbau sowie dem laufenden Betrieb und den daraus resultierenden Beschwerden der Anrainer unterschieden werden muss. Der Gemeinderat hat klargestellt, dass für das bau- und gewerberechtliche Bewilligungsverfahren die Bezirkshauptmannschaft Mattersburg zuständig ist. Trotzdem hat die Gemeinde bei beiden Verfahren ein Anhörungsrecht und beim gewerberechtlichen Verfahren haben auch die benachbarten Anrainer Recht auf Parteistellung.

Die Gemeinde Pöttelsdorf fordert betroffene Nachbarn oder Bürger auf, die ihre Anliegen schriftlich festhalten wollen, einen Brief oder eine E-Mail an das Gemeindeamt zu senden. Diese Schriftstücke werden dann an die Bezirkshauptmannschaft und die Verantwortlichen bei der Firma Vitakorn weitergeleitet. „Wir werden in Zukunft gemeinsam als Gemeinderat gegen die Erweiterung des Silos vorgehen. Wir stehen gemeinsam für eine bessere Lebensqualität in Pöttelsdorf ein“, so Vize-Bürgermeisterin Eva Schachinger, SPÖ.

Offener Brief an Pöttelsdorfer

Auch die Firma Vitakorn nahm zur Causa Stellung und wendete sich mit einem offenen Brief an die Bewohner Pöttelsdorfs, um Mutmaßungen zu untergraben und Fakten zu präsentieren. „Wir nehmen die Sorgen und Bedenken der Anrainer und Gemeindebürger von Pöttelsdorf sehr ernst, sind aber über die präsentierte Unterschriftenaktion außerordentlich irritiert und verstehen das als puren politischen Aktionismus“, gibt sich Herbert Lugitsch, geschäftsführender Gesellschafter der Vitakorn Biofuttermittel Ges.mbH besorgt, „zumal die finalen Projektunterlagen bei der Bezirkshauptmannschaft Mattersburg noch nicht eingereicht wurden.“

Das gesamte Umbau- und Neubau-Konzept wird aktuell finalisiert und vor der Einreichung bei der BH-Mattersburg baurechtlich geprüft. „Fest steht, dass durch die Neugestaltung des Abladebereiches und zusätzliche Parkmöglichkeiten am Betriebsareal der Verkehrsfluss verbessert und die Staubentwicklung reduziert wird. Lärmemissionen werden durch Schallisolierungen vermindert werden. In Summe wird durch den Rückbau der Altanlagen sogar Grünfläche geschaffen“, heißt es seitens der Vitakorn.