Sonja Sieber zieht sich aus der Lokalpolitik zurück. Nachdem sie nicht mehr für den Gemeinderat kandidierte, legte Sonja Sieber nun auch das Amt der Bezirkssprecherin nieder.

Von Richard Vogler. Erstellt am 31. Januar 2018 (05:07)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Abschied. Sonja Sieber war zwölf Jahre bei den Grünen.
BVZ, Vogler

Lange Jahre war Sonja Sieber das „Gesicht“ der Grünen im Bezirk Mattersburg. Bei den Gemeinderatswahlen im Oktober 2017 kandidierte sie jedoch nicht mehr und nun ist endgültig Schluss mit der Kommunalpolitik, denn auch das Amt der Bezirkschefin bekleidet sie nun nicht mehr.

„Ich habe im Dezember mitgeteilt, dass ich meine Funktion als Bezirkssprecherin nicht mehr weiter ausführen werde“, so Sieber, die betont, dass es „keine Unstimmigkeiten gegeben hat. Es war ein langer Nachdenkprozess und die Entscheidung war reiflich überlegt. Die Entscheidung, auch das Amt der Bezirkssprecherin zurückzulegen, ist bereits im vergangenen Jahr festgestanden.“

Rücktritt aus beruflichen Gründen

Der Rücktritt erfolgt aus beruflichen Gründen. „Die Arbeit einer ZIS-Leiterin (Anm.: Direktorin der Sonderschule) ist eine große Herausforderung, der ich mich aus vollem Herzen und mit meiner gesamten Aufmerksamkeit widmen möchte“, so Sieber. Sieber war usprünglich in der SPÖ beheimatet. Vater Edi war SPÖ-Bürgermeister von Mattersburg, Sonja Sieber war bei der SJ engagiert und leitete die „Roten Falken“. Wie dann der Wechsel ins grüne Lager zustande kam?

Umweltgedanke als Grund zum Wechsel ins "grüne Lager"

„Bei mir stand der Umweltgedanke schon immer im Vordergrund, im Jahre 2005 bin ich dann Parteimitglied geworden, meine erste Funktion war jene im Vorstand der grünen Bildungswerkstatt.“ 2007 überholte sie bei den Gemeinderatswahlen ausgehend von Listenrang zwei Spitzenkandidatin Susanne Barta und zog in den Gemeinderat ein. Ihre Bilanz der zehn Jahre Ortsparlament?

„Als kleine Opposition ist man zumeist Ideenlieferant. Man legt interessante Themen vor, diese werden abgelehnt und tauchen dann als Ideen anderer, die dann umgesetzt werden, wieder auf. Ich denke zum Beispiel an den Baumkataster oder den Radweg, der durch die Innenstadt führt.“ Ein Nachfolger für Sieber wurde noch nicht gefunden. Unklar ist auch, ob es nach Sieber eine eigene Bezirkssprecherin für den Bezirk Mattersburg geben wird.

„Als kleine Opposition ist man zumeist Ideenlieferant"

„Nachdem die Grünen nicht mehr im Nationalrat vertreten sind, befindet sich die gesamte Grüne Partei in einem Umstrukturierungsprozess. Wie wir die Bezirkssprecher handhaben werden, wird sich noch weisen, es kann auch Zusammenlegungen von Bezirken geben“, berichtet Landesgeschäftsführerin Anita Malli. Bei der Vorstandsklausur der burgenländischen Grünen Anfang Februar könnte es einen Schritt in Richtung Neustrukturierung geben.