Wirbel um SJ-Flyer vor der Schule. Erstklassler am Gymnasium in Mattersburg bekam Flyer, in der die Jugendorganisation für die Legalisierung von Cannabis eintritt.

Von Richard Vogler. Erstellt am 10. Juni 2021 (05:05)
„Viel Rauch um Nichts“ und „Legalize it“ – so zwei der Botschaften von der SJ.
zVg, zVg

Für großen Ärger sorgten SJ-Flyer, die am Mittwoch vergangener Woche verteilt wurden. Diverse Motive wurden den Schülern ausgehändigt, unter anderem ein Logo mit der Aufschrift „Den Rechten die Zähne zeigen“, Grafiken von Bundeskanzler Sebastian Kurz und dem nun designierten FPÖ-Obmann Herbert Kickl, in denen ihre Portraits mit einer roten Linie durchgestrichen dargestellt werden. Was in anderer Hinsicht sauer aufstößt, war ein Flyer zum Thema Cannabis, wo der Slogan „Lieber ..., als besoffen zu fahren“ zu lesen ist und ebenso für die Legalisierung von Cannabis geworben wird und die Droge auch verharmlost wird.

„Es kann nicht angehen, dass direkt vor den Schulen politische Werbeinhalte verteilt werden. Meine Tochter geht in die erste Klasse und kam mit diesem Flyer der SJ nach Hause, indem für die Legalisierung von Cannabis geworben wird. Vor allem diese Botschaft zu verbreiten, gehört unterbunden“, berichtet ein Vater. Eine Mutter, deren Kind sich ebenso an der Schule befindet, bestätigt die Verteilaktion: „Dies stimmt so, vor der Schule wurden diese Flyer verteilt. So etwas darf man nicht unter die Kinder bringen, wenn für die Legalisierung von Cannabis geworben wird.“

Direktorin Gerlinde Mihalits hat bereits ein Beschwerdemail bekommen. „Grundsätzlich dürfen politische Inhalte am Schulgelände nicht verbreitet werden. Wir achten auch darauf, dass dies nicht vorkommt. Schwierig ist die Sache, wenn das auf dem Gehsteig wie in diesem Fall oder auf der anderen Straßenseite geschieht“, berichtet Mihalits. „Ich muss nun erst einmal recherchieren, wann das genau passiert ist und wer dabei beteiligt war. Eines ist klar: Auch wenn es nicht in unseren direkten Zuständigkeitsbereich fällt, ist so etwas unerwünscht. Ich werde mit den Zuständigen Kontakt aufnehmen.“

SJ-Bezirkschefin und Landessekretärin Anna-Sophie Prünner bestätigt, dass es eine Verteilaktion am Mittwoch gegeben hat. „Diese war jedoch nicht direkt vor der Schule, etwas weiter weg“, so Prünner, um weiter auszuführen: „Wir schauen darauf, dass wir nur älteren Personen die Flyer geben. Natürlich kann es passieren, dass diese weitergegeben werden und man kann sie im Online-Shop bestellen, die Flyer müssen nicht direkt von uns sein.“

Was hingegen vom Vater der Erstklasslerin dementiert wird: „Dies war definitiv so nicht der Fall. Meine Tochter hat die Flyer gleich beim Abgang von der Schule, am Gehsteig, erhalten. Und auch nicht über einen Dritten bekommen.“