Flying Foxes sind "wie eine zweite Familie“

Der Motorradverein „Flying Foxes“ feiert am 8. Juli sein 30-jähriges Jubiläum. Obmann Josef Thaller erzählt von seiner Liebe zu den PS-starken Bikes.

Erstellt am 26. Mai 2019 | 01:52
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Josef Thaller (m.), Obmann der Flying Foxes, vor dem Clubhaus des Vereins in Rohrbach.
Foto: zVg

Anfang des Jahres präsentierte der US-Motorradriese Harley Davidson sein erstes Elektromotorrad. Anstatt eines tiefen Brummens, das manchem Autofahrer vor Ehrfurcht reflexartig den Fuß vom Gaspedal nehmen lässt, wenn einer dieser traditionellen Chopper mit einer Geschwindigkeit, die oft sogar über der Messtoleranzgrenze liegen dürfte, an einem vorbeirauscht, weist diese Innovation ein futuristisches Surren auf, das den Eindruck erweckt, ein Raum-Zeitloch würde sich sogleich öffnen und die Maschine darin verschwinden.

„Das Geräusch der Maschine ist schon wichtig"

Josef Thaller, Obmann des Rohrbacher Motorradclubs „Flying Foxes“ und insofern Fachmann und potentieller Käufer einer Harley bezieht in der Frage, Brummen oder Surren, klare Stellung: „Das Geräusch der Maschine ist schon wichtig. Deshalb würde ich mit so einem Elektroding auch nicht fahren wollen. Ich könnte mich damit nicht anfreunden.“

Seit vierzig Jahren ist der Rohrbacher Endfünfziger schon auf den Straßen Österreichs zweirädrig – wohlgemerkt mit Zweirädern jenseits der dreistelligen PS-Grenze – unterwegs und das beinahe auch unfallfrei, obwohl er den Rausch der Geschwindigkeit liebt: „Ich hatte nur einmal einen Unfall, vor 25 Jahren, am Motorradring in Brno. Das Motorrad war komplett kaputt. Mir ist nicht so viel passiert, eine Gehirnerschütterung, etwas bewusstlos und die Hand gebrochen.“

„Wir halten immer zusammen“

Gehirnerschütterungen und kurzzeitige Bewusstlosigkeit sind unter harten Rockern offenbar Lappalien, eine Nichtigkeit, die hinter dem Totalschaden der geliebten Maschine zurücktritt. Thaller entspricht, wie er selbst eingesteht, diesem geläufigen Bild eines hartgesottenen Motorradfahrers: Lederkutten, Piercings und Tattoos, „aber nur vier, weil ich leite auch noch eine Firma.“

Nahezu seit der Gründung der Fliegenden Füchse 1989 ist Thaller, der eine 1000er CP Honda mit 120 PS fährt, Mitglied im Rohrbacher Motorradclub, einem von elf dieser Art im Burgenland. Seit zwanzig Jahren ist er Obmann. „Der Motorradclub ist für mich wie eine zweite Familie. Wir sind dreizehn Mitglieder und halten immer zusammen“, sagt Thaller, der auch eine eigene – erste – Familie gegründet hat. „Mein Sohn fährt auch schon mit einem kleinen Motorcrossbike herum, meine beiden Töchter sind erwachsen und interessieren sich weniger dafür.“

Polizisten können keine Mitglieder werden

Am 8. Juli gibt es im Rohrbacher Fürstenstadl eine Feier zum 30-jährigen Bestehen der Flying Foxes, mit Liveband, Spanferkelessen und Grillerei. Zuvor, am 18. Mai gab es bereits eine „Bikers for Kids“-Veranstaltung. Die Reinerlöse solcher Events werden abwechselnd an den Kindergarten und die Volksschule Rohrbach gespendet, berichtet Thaller. Kinder dürfen übrigens, so beantwortet er eine etwas naive Frage, keine Mitglieder werden, genauso wenig wie Frauen und – die anfängliche Überraschung währt nur kurz – Polizisten. „So steht es in den Statuten aller Motorradclubs. Obwohl Frauen natürlich auch immer wieder dabei sind“ – Polizisten dann vermutlich weniger.