Forchtenstein: Mülltourismus wird Riegel vorgeschoben. Aus den umliegenden Gemeinden wurde gratis Müll in Forchtenstein entsorgt. Jetzt herrscht Ausweispflicht.

Von Helga Ostermayer. Erstellt am 26. Januar 2019 (07:09)
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Vizebürgermeister Josef Neusteurer wurde auf den „Mülltourismus“ aufmerksam gemacht, auch Bürgermeisterin Riki Reismüller hofft, mit der Ausweispflicht den Müllbergen Herr zu werden.
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„Kaum eine Woche vergeht, wo ich nicht von aufmerksamen Gemeindebürgern auf die immer dreister werdenden ‚Mülltouristen‘ der umliegenden Gemeinden wie Wiesen oder Mattersburg aufmerksam gemacht werde, die zu uns ihren Sperrmüll oder ihr Schnittgut brachten. Die Unverfrorenheit mancher ging sogar so weit, dass sie sogar zugaben, in Forchtenstein gratis zu entsorgen“, empört sich ÖVP-Vizebürgermeister Josef Neusteurer.

Logistik und Anordnung der Container werden umgestellt

Dem will die Gemeinde mit einer Änderung beim Entsorgungsprozedere einen Riegel vorschieben. Um die Kosten von 33 Euro pro Haushalt nicht erhöhen zu müssen, hat sich nun der Gemeindevorstand zu folgenden Maßnahmen entschlossen: Die Logistik im Einfahrtsbereich sowie die Anordnung der Container werden umgestellt.

Jeder Forchtensteiner Haushaltseigentümer, der die 33 Euro Müllabgabegebühr bezahlt hat, erhält einen Ausweis, der dem Personal an der Entsorgungsstelle zu den Öffnungszeiten – Mittwoch Nachmittag (13 bis 16 Uhr und Samstag Vormittag 1/2 8 bis 12 Uhr) vorzuzeigen ist.

Ein Formular muss ausgefüllt werden, wer, wann und wieviel zur Müllabgabestelle gebracht wird. Diese Aufzeichnungen werden archiviert und ausgewertet. Die genaueren Vorgangsweisen werden in Form einer Gemeindeaussendung der Bevölkerung mitgeteilt. „Jedes Jahr mussten wir mehr zahlen. Begonnen haben wir bei etwa 40.000 Euro Betriebskosten, jetzt sind wir schon bei knappen 60.000 Euro“, führt Neusteurer weiter aus.

Vergangene Woche wurden bereits die neuen Müllausweise ausgeteilt. Jetzt hoffen sowohl SPÖ-Bürgermeisterin Riki Reismüller, als auch Vize Josef Neusteurer, dass sich die Müllberge und somit auch die Kosten wieder dezimieren.