45 Jahre Jazz Pub. Das Wirtshaus Bogner mutierte ab den 1970er Jahren zu einem Ort, wo sich die Jazz-Größen die Klinke in die Hand gaben.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 09. Februar 2017 (05:44)
BVZ

Das Jazz Pub Wiesen ist zumindest für zwei Dinge verantwortlich: Für die Entstehung der Wiesen-Festivals und für Auftritte von internationalen Musikern im Jazz Pub.

Diese Künstlerinnen und Künstler einzuladen war vor 40 Jahren noch revolutionär. Ihre Auftritte und der Spirit, den sie verbreiteten, wirkt bis heute nach. Juliane Bogner, Tochter von Jazz Pub Gründer Franz Bogner, hat den gebürtigen Brasilianer Samuel Vieira dazu eingeladen, die Tanz-Kampfkunst Capoeira im Jazz Pub zu lehren. „Samuel gibt Stunden für Kinder und Erwachsene. Die Kinder sind schon voll dabei. Es geht ja nicht nur darum, diese spezielle Form des Kampf-Tanzes auszuüben, Capoeira, der Begriff bedeutet übrigens Freiheit, ist Teil der brasilianischen Kultur, die die Kinder damit Kennenlernen. Samuel spricht mit den Kindern Englisch, er zählt auf Portugiesisch, er zeigt ihnen die Instrumente, die dabei verwendet werden“, erzählt Juliane Bogner.

Aus Afrika stammende Sklaven haben den Tanz auf brasilianischen Plantagen entwickelt, der Afrikabezug war im Jazz Pub immer präsent, so schließt sich der Kreis.

Die Kommunikation der Kulturen fördern

Eines war im Jazz Pub immer wichtig: Kulturen zusammenbringen, darauf schauen, dass miteinander gesprochen und getanzt wird. „Wenn man so früh wie möglich Kontakt mit anderen Kulturen herstellt, dann hat Rassismus keine Chance“, ist Juliane Bogner überzeugt. Wie Völker verbindend und sogar ehestiftend die Festivals in Wiesen sind, beweist der Trommler Raymond Walker. Walker, der schon mit internationalen Top-Stars auf der Bühne stand und eigentlich aus dem englischen Birmingham stammt, hat seine Frau auf dem Festivalgelände in Wiesen kennengelernt. Der Engländer mit jamaikanischen Wurzeln lebt mit seiner Frau in Niederösterreich und gibt in Wiesen regelmäßig Trommelkurse.

Am 4. März hat die südafrikanische Sängerin Nomfusi ihren einzigen Österreich-Auftritt im Jazz Pub. „Sie ist echt eine wahnsinnig tolle Künstlerin, eine Mischung aus Tina Turner und Miriam Makeba“, schwärmt Juliane. Vier Nominierungen sprechen für die Sängerin: South African Music Awards in der Kategorie Bestes Video, sowie „ Best African Adult Album“, Metro FM Award in der Kategorie bestes „Afro Pop Album“ und „Beste weiblich Künstlerin“. Noch etwas verrät Juliane: „Es wird auch eine Jubliäumsparty geben. Doch ob hier im Jazz Pub oder am Festivalgelände, das ist noch nicht entschieden.“