Zeitplan für Neudörfler Mittelschulbau hält nicht

Erstellt am 11. Mai 2020 | 05:48
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Das neue Schulgebäude der Mittelschule in Neudörfl nimmt allmählich Gestalt an. Derzeit wird unter anderem an der Fassade gearbeitet.
Foto: zVg
Das neue Schulgebäude der Mittelschule sollte zu Schulbeginn im Herbst eingeweiht werden. Dieser Termin wird knapp nicht halten.
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Dass die vergangenen Monate an Neuerungen und Umstellungen arm gewesen wären und es an Aufregung gemangelt hätte, konnten die Schüler und Schülerinnen, aber auch Lehrer der Mittelschule in Neudörfl nicht unbedingt behaupten.

Bereits im Frühjahr 2019 wurde ein Teil ihrer Schule dem Erdboden gleich gemacht. Danach schoss in Windeseile ein neuer, moderner Gebäudekomplex in seinen Grundzügen empor. Und schließlich mittendrin das gänzlich Unerwartete: Corona-Maßnahmen auch für die Schulen, digitaler Unterricht von Zuhause anstatt, wie man es sich eigentlich nie anders vorstellen konnte, Bankdrücken im Klassenverband.

Mitte Mai wird es wieder zurück in den Unterricht vor Ort gehen, von einem normalen Lernbetrieb kann aber auch dann noch nicht die Rede sein: Eine Senkung der Schülerzahl pro Klasse durch Schichtbetrieb, weniger Lernstoff, Leistungsbeurteilung mit Augenmaß und Einhaltung der Hygienebestimmungen sind Vorgaben, die das Bundesministerium für Bildung unlängst ausgegeben hat.

Seit Dienstag nach Ostern wird gearbeitet

Die Arbeit am Schulgebäude selbst wurde nach einem kurzen, etwa einmonatigen Baustopp-Intermezzo bereits am Dienstag nach Ostern wieder aufgenommen. Der ursprüngliche Einweihungstermin mit Beginn des Schuljahres 2020/2021 im Herbst kann allerdings höchstwahrscheinlich nicht eingehalten werden.

„Wir werden die Fertigstellung und Übersiedlung in das neue Gebäude vermutlich erst im Oktober schaffen“, berichtet Bürgermeister Dieter Posch. Der aktualisierte Fertigungsplan, aus dem Posch zitiert, sieht vor, dass zum Beispiel nächste Woche mit der Außenfassade begonnen werden soll.

„Im Innenbereich arbeiten die Installateure zudem bereits auf Hochdruck an den ganzen Sanitäranlagen. Der Estrich im Untergeschoss wurde schon im April verlegt, der Durchbruch vom Turnsaaltrakt zur Rampe ist gerade im Gange. Im Mai wird außerdem die Photovoltaikanlage montiert und es wird das Dach komplettiert.“ Und das ist nur ein kleiner Auszug aus dem Register der Arbeitsetappen, die in den kommenden Wochen anstehen oder bereits in den letzen Tagen erledigt wurden.

Rund 20 Unternehmen am Bau beteiligt

Insgesamt sind rund zwanzig Firmen am Schulbau beteiligt, zu denen neben der Baufirma Teerag Asdag auch klassische Betriebe des Baunebengewerbes wie Malerei, Zimmerei, Fliesenleger zählen, bis hin zu einem Unternehmen, das für die Aufzugskomponenten zuständig ist. Wer den Zuschlag für die jeweiligen Aufträge in den einzelnen Bereichen bekommen hat, wurde vor zweieinhalb Jahren durch die Oberwarter Siedlungsgenossenschaft (OSG), infolge eines Ausschreibungsverfahrens ermittelt. Hier wird nach Möglichkeit mit Unternehmen aus dem Burgenland gebaut. Die Verträge mit den einzelnen Firmen schloss letztendlich die OSG ab – die Gemeinden (neben Neudörfl finanzieren Bad Sauerbrunn, Pöttsching, Sigleß und Krensdorf das Projekt anteilig mit) hatten hier keinen Einfluss. Aber auch die Genossenschaft selbst, die als Bauträger auftritt, musste sich einer europaweiten Ausschreibung mit anderen Genossenschaften stellen.

Gesamtkosten ändern sich durch Corona nicht

Die Kosten des Schulgebäudes werden sich schlussendlich auf insgesamt 8,5 Millionen Euro belaufen – daran hat sich auch durch die Corona-Krise nichts geändert. Das ist ein Fixpreis, sollte allerdings günstiger gebaut werden, geht die Differenz an die Gemeinden zurück. Mit den zusätzlichen Arbeiten, die nicht unmittelbar das Schulgebäude betreffen sondern die komplette Neugestaltung der Verkehrssituation rundherum, fließen als Endbetrag rund 10 Millionen Euro in die heimische Wirtschaft.

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