Diskussionen soll man sich stellen. Richard Vogler über ein anonymes Rundschreiben in Sigleß.

Von Richard Vogler. Erstellt am 27. Februar 2019 (03:18)

Gerade die Faschingszeit hat ein kritischer Geist (oder mehrere) in der Gemeinde Sigleß zum Anlass für eine anonyme Postwurfsendung genommen, in der so ziemlich alle ihr Fett wegkriegen, wie es so schön heißt: von der SPÖ-Gemeindeführung über die ÖVP bis hin zu den örtlichen Vereinen. Ordentlich ausgeteilt wird in dem Schreiben in viele Richtungen.

In schwungvoller Mundart und mit guten Ortskenntnissen ausgestattet, spricht das ominöse Flugblatt lokale Themen an, die sich im Lauf der vergangenen Monate in Sigleß angesammelt haben sollen. Das sorgt klarerweise für reichlich Gesprächsstoff und womöglich auch für das eine oder andere Schmunzeln.

Dabei darf jedoch eines nicht vergessen werden: Ob Fasching oder nicht – wenn die Arbeit von Vereinen durch den sprichwörtlichen Kakao gezogen wird, wenn Ehrenamtliche, die ihre Zeit für die Gemeinschaft zur Verfügung stellen, angeprangert werden, dann ist das eher weniger lustig. Vor allem noch dazu, wenn es unter dem Deckmantel der Anonymität passiert. Das wirkt nicht nur unfair, sondern auch etwas feige.

Die Lokalpolitik will sich nun der Diskussion stellen, was zu begrüßen ist. Dem kritischen und anonymen Geist würde das auch zu Gesicht stehen.