Gemeindepolitik als „Retter in Not“. Über einen nicht alltäglichen Gemeinderatsbeschluss in Hirm.

Von Richard Vogler. Erstellt am 03. April 2019 (03:16)

Etwas mehr als ein Jahr ist es her, dass die Schattendorferin Maria Frank in Hirm „Mary’s Dorfladen ums Eck“ eröffnete. Wie der Name schon sagt, ein klassischer Lebensmittel-Laden, wie es ihn auch im Bezirk Mattersburg immer seltener gibt. Ihr Angebot in Hirm erweiterte die Pächterin zudem mit Geschenkskörben, einem Brötchen-Service und einem „Kaffee-Eck“ zum Plausch beim Einkauf. Damit gilt der Laden als willkommenes „Kommunikationszentrum“ im Dorfgeschehen.

Dennoch war schnell klar, dass das Geschäft nicht gewinnbringend zu führen ist. Die Gemeinde zeigte sich großzügig und übernahm fünf Monatsmieten. Als sich nach Ablauf der fünf Monate keine Besserung abzeichnete, kam ein neuer Vorschlag, der nun in die Tat umgesetzt wurde: Anstelle von 1.000 Euro werden nur mehr 300 Euro Miete für den Dorfladen verlangt.

Beschlossen wurde dies mit der Absoluten Mehrheit der SPÖ unter Bürgermeisterin Inge Posch-Gruska. Die ÖVP war anderer Ansicht und regte ein neues Verkaufskonzept an. Beide Vorschläge haben etwas für sich. Der Beschluss zur Miet-Erleichterung ist aber eindeutig der raschere Weg. So wird dem letzten Nahversorger im Ort geholfen – und die Bevölkerung hat auch etwas davon.