Karriere ganz ohne Studium. Bettina Eder über das Image der Lehre

Von Bettina Eder. Erstellt am 25. Januar 2017 (05:57)

Seit gefühlten hundert Jahren jammert Wirtschaft und Politik über das schlechte Image der Lehre. Parallel dazu wird über die burgenländische Maturaquote – der höchsten im gesamten Bundesgebiet, wie stets betont wird– über die Maßen gejubelt. An Fachkräften haben wir einen Mangel, aber von Maturanten können wir nie zuviel haben. Analog dazu entsteht auch bei der von der Politik forcierten Lehre mit Matura der Eindruck, dass im Gegenzug Lehre ohne Matura weniger wert ist.

Doch ist die Matura oder akademische Ausbildung eine Bedingung für den Erfolgs als Selbständiger? Das darf bezweifelt werden. Dennoch bleibt, dass große Teile jener, die doch die Lehre wählen, sich dabei nicht ausreichend anerkannt fühlen. Dabei gibt es genügend „Best-Practice“-Beispiele quasi von nebenan – unter den Unternehmern. Etwa Metalltechniker Markus Marchhart, Kommerzialrat Ernst Zimmermann, Autohändler Ferdinand Schwarz, Konditor Michael Harrer uvm. Sie beleben damit die Wirtschaft, sichern Jobs, sind ihr eigener Chef – und sind Paradebeispiele für eine Karriere mit Lehre.