Hat die Jugend eine Zukunft?

Über den Verkauf der Cselley Mühle.

Erstellt am 11. März 2021 | 03:34

Es ist verlockend einfach, auf die „Jugend von Heute“ zu schimpfen, weil sie nur noch vor Bildschirmen sitzt anstatt rauszugehen.

Nur: Wo sollen sie denn hin? Die Wirtshäuser in den Gemeinden schließen der Reihe nach, in die nächste Disco muss man weit fahren. Die Landeshauptstadt bietet wunderbare Bars, für die braucht man aber ein Budget, das Jugendliche nicht haben. Das James ist toll, kann alleine aber auch nicht die Lösung sein – muss es zukünftig aber vielleicht.

Hinter der Zukunft der Cselley Mühle steht ab der Neuübernahme 2022 ein großes Fragezeichen.

Sie war ein magischer Ort für mehrere Generationen von Jugendlichen aus dem ganzen Nordburgenland. Unsere Bands wurden hier groß, die „Mü“ war ein Zufluchtsort für jede Kunstform und für junge Menschen, die eine Auszeit vom Dorfleben brauchten.

Die einzige Antwort auf obiges Fragezeichen ist gleichzeitig ein trister Ausblick für Jugendliche: Jugendkultur und wirtschaftlicher Profit – das geht einfach nicht zusammen. Es gibt Schrauben, an denen man drehen kann (die Miete für den großen Saal kostet weniger, als die für den E-Cube!), aber, dass sich mit den Jahren die gesamte Maschine ändern wird, ist leider zu befürchten.