Parteipolitik endet an der Schultür

Über die Flyer-Aktion, die in Mattersburg für Ärger sorgte.

Erstellt am 10. Juni 2021 | 04:32

Dass die – vielleicht gar nicht so politikverdrossene – Jugend auch eine Meinung haben und von den Grundwerten der Gesellschaft lernen soll, ist ebenso richtig wie die seit jeher gelebte Regelung, dass Parteipolitik in Schulgebäuden nichts verloren hat. Unter diesem Aspekt sorgte eine Verteilaktion der Sozialistischen Jugend (SJ) vor dem Mattersburger Gymnasium für Ärger. Neben kritischen Botschaften gegenüber der Bundesregierung und der FPÖ wurde mit den Flyern unter anderem für die Legalisierung von Cannabis geworben. Nicht nur einige Eltern, auch (jüngere) Schülerinnen und Schüler konnten mit der Aktion nichts anfangen. Die Jugendorganisation mag zwar den gesetzlichen Vorgaben nach korrekt gehandelt haben, weil die Flyer nicht direkt am Schulgelände, sondern nur in dessen Nähe verteilt worden waren. Dennoch gehört gerade diese auch nicht in das Umfeld der Schule, und das von einer politischen Jugendorganisation verteilt. Eine „Message“ wie jene, dass Suchtmittel harmlos seien, bleibt bei den Kindern hängen. Und politische Themen gehören durchaus in die Schule – und zwar ausschließlich neutral und im Rahmen des Faches „Politische Bildung“.