Von Niessl über Orbán zu Trump

Markus Stefanitsch über die scheinbar steigende Sehnsucht nach starken Männern in der Politik.

Markus Stefanitsch
Markus Stefanitsch Erstellt am 15. Februar 2017 | 04:47
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Landeshauptmann Hans Niessl mit Viktor Orbán zu vergleichen, so wie es in der Vorwoche ein Wiener Magazin getan hat, ist schon sehr weit hergeholt. Was aber in der Bevölkerung spürbar ist, ist schon vergleichbar mit den Wünschen der Wähler nach neuen starken Männern in der Welt. Im Großen wie im Kleinen. In Amerika wurde mit Donald Trump ein polternder, sich über alle moralischen und ethischen Instanzen hinwegsetzender Quereinsteiger zum mächtigsten Mann der Welt gewählt.

Im Burgenland erfreut sich seit Längerem Landeshauptmann Hans Niessl hoher Umfragewerte in der Bevölkerung. Vor allem deshalb, weil er den Menschen das Gefühl vermittelt, dass er Entscheidungen trifft, die auch umgesetzt werden. Dass sich Niessl damit auch jede Menge Feinde schafft, nimmt der Polit-Profi gerne in Kauf. Er weiß genau, dass er mit seiner Politik die Mehrheit der Menschen erreicht. Und genau diese Mehrheit im Land will vor allem mit (Partei-)Politik nicht viel am Hut haben. So wie es unsere repräsentative Demokratie eben auch vorsieht: Wir wählen die Politiker unseres Vertrauens und diese arbeiten in unserem Sinne. Wird das gut gemacht, werden sie wieder gewählt. Wenn nicht, wird jemand anderer (oder auch gar nicht) gewählt.

Die Menschen werden mit immer komplexeren Zusammenhängen und permanenter Reizüberflutung (Social Media, E-Mail, Whats App) bombardiert. Da wird die Sehnsucht nach einer Person, die einem alles abzunehmen scheint, sehr groß. Deshalb werden künftig die Popularitätswerte einzelner Politiker immer weit über denen ihrer Parteien liegen. Denn vom unaufhörlichen Partei-Hickhack haben die Menschen längst die Nase voll.