Mattersburg

Erstellt am 16. Januar 2019, 03:44

von Richard Vogler

Mehr als „nur“ Nahversorger. Richard Vogler über schmerzliche Geschäftsschließungen im Bezirk.

Das „Greißlersterben“ als Schlagwort klingt selbst kaum noch zeitgemäß – und doch bleibt das altbekannte Problem: Die kleinen Nahversorger haben in vielen Gemeinden des Bezirks gegen die große Konkurrenz der Supermärkte aufgegeben. Oder es finden sich innerhalb der Betreiberfamilien oft auch keine Nachfolger mehr, die sich das unsichere Geschäft noch „antun“ wollen.

Jetzt geht es in den Dörfern längst nicht mehr um die Greißler alleine. Egal in welcher Sparte – sperrt ein Geschäft zu, dann fehlt den Menschen oft ein wichtiger Kommunikationsort.

So ist es nun auch im Fall der Trafik-Schließung in Loipersbach: Der Betreiber geht nach 39 Jahren in Pension, für eine Umrüstung müsste er 1.200 Euro bezahlen. Die Zahlen sind auch „schuld“ daran, dass die Filiale in Loipersbach nicht nachbesetzt wird: Der Tabakwaren-Umsatz lag unter dem Richtwert der Wirtschaftskammer in Höhe von 450.000 Euro. Was bleibt, ist nur ein Zigarettenautomat im Ort.

Das Ende der Trafik ist ein emotionales, da ein weiterer Ort der Kommunikation fehlt. Pragmatisch betrachtet liegen die Gründe für die Schließung jedoch nicht allein beim Betreiber oder der Wirtschaft. Unterm Strich haben eben zu wenige Kunden eingekauft.