Qualität, aber zu welchem Preis?

Erstellt am 23. November 2016 | 03:28
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Martin Plattensteiner über die immer wiederkehrende Legionärsfrage.

Als ich in der Kindheit in meiner Heimatstadt Mattersburg dem Fetzenlaberl nachlief, war die Welt noch eine andere. In den 70er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts zog die erste türkische Gastarbeiterfamilie hierher. Die beiden Söhne konnten kicken und waren in der Jugend bald sehr beliebt. Zwischenzeitlich hatte „weiter oben“ der SC Eisenstadt immer wieder Legionäre unter Vertrag. Später kam die ungarische Welle. Prominentes Beispiel: Der SV Mattersburg verdankt viele Erfolge dem legendären Peter Hannich.

Heutzutage lassen manche unterklassige Vereine mehr Legionäre als Einheimische auflaufen. Das ist neu, ebenso wie der Trend, diese rasch auszutauschen – Stichwort Preis-Leistungsverhältnis. Juraj Skripec, Ivan Lietava, Lubomir Kordanic, Dusan Krcho – nur einige Namen, die sich einen neuen Verein suchen müssen.

Schon klar. Die Zahl der einheimischen Kicker geht zurück, es wird immer schwieriger, den Betrieb aufrechtzuerhalten. Trotzdem (oder deswegen) ist man gut beraten, den Fokus noch stärker auf die Jugendarbeit zu legen und unter allen Umständen Anreize zu schaffen, dass die Kampfmannschaft für Youngsters wieder erstrebenswert ist. Gerade jetzt, wo sich viele Legionäre qualitativ nicht mehr im nötigen Maße abheben und der potenzielle Nachwuchs dann nicht mehr auf-, sondern eher wegschaut.