WM-Auftritt als Basis für Olympia-Erfolge. Martin Ivansich über das Abschneiden der heimischen Segler bei der Weltmeisterschaft.

Von Martin Ivansich. Erstellt am 15. August 2018 (02:35)

Für die Olympiadritte von Rio, Tanja Frank (damals noch im Nacra17-Boot mit Thomas Zajac), und Lorena Abicht waren die Vorzeichen für die 49er-Fx-Weltmeisterschaft in Aarhus (Dänemark) nicht unbedingt optimal. Die EM in Polen lief Anfang Juli nicht nach Wunsch, Platz 21 war am Ende doch ein Stück weg von einem Top-Ergebnis. Dieses peilte das Duo vom Union Yachtclub Neusiedler See bei der WM, die gleichzeitig auch die erste Chance auf ein Nationen-Ticket für die Olympischen Spiele war, ganz klar an. Für Steuerfrau Frank und Vorschoterin Abicht stand somit ein Top-Acht-Platz im Fokus, der eben das Österreich-Ticket für Tokio bedeutet.

Dass man in der Weltspitze schon auch mitsegeln kann, bewies das Gespann mit zwei Weltcup-Podestplätzen. Und ähnlich konzentriert begannen die rot-weiß-roten Seglerinnen die Titelkämpfe. Mit neun Top-Ten-Plätzen aus 12 Wettfahrten, von denen man sogar zwei gewann, ging man als führendes Boot in das abschließende Medal Race — wo man das Olympia-Ticket längst löste — und hatte dort die Goldmedaille schon in Sichtweite. Letztendlich unterlief ausgerechnet in der Schlussphase des Rennens ein Fehler, der dann zum Kentern führte und somit gab es „nur“ Silber statt Gold. Diese Medaille glänzt aber für Frank und Abicht wie ein erster Platz. Denn neben Silber hat man gleich mehrere Erkenntnisse mitgenommen, die fast genau so viel wert sind wie ein Titel.

Das 49er-Fx-Team kann konstant in der Weltspitze mitsegeln, auf höchstem Niveau und wenn Druck da ist. Für Tanja Frank war es nach ihrer Bronzenen bei den Olympischen Spielen nicht nur ein weiteres Edelmetall, sondern auch eine Bestätigung, dass sie ohne Thomas Zajac absolut in der Weltspitze mitsegeln kann. Umgekehrt gilt das auch, weil sich Zajac mit Nacra17-Teamkollegin Barbara Matz ebenfalls das Nationenticket sicherte. Für die gezielte Planung in Hinblick Olympia 2020 ist dies enorm viel wert, weil diese jetzt schon beginnen kann und die Basis also gelegt ist, um in Tokio erneut um Medaillen zu segeln.