Wer rettet den Dorf-Treffpunkt?. Über das langsame Verschwinden der kleinen Familienbetriebe.

Von Richard Vogler. Erstellt am 12. Februar 2020 (03:41)

Der 1. März bringt auch das Ende für eine Rohrbacher Institution: Die Fleischerei von Ingrid und Robert Werschlan sperrt zu – und das nach 100 Jahren Tradition! So bemerkenswert wie das 100-jährige Bestehen über drei Generationen ist, so wenig überraschend ist der Grund für das Ende des beliebten Einkaufstreffpunktes: Wenn das Ehepaar Werschlan in Pension geht, gibt es keinen Nachfolger für die Fleischhauerei. Ein „Schicksal“, das viele Betriebe heutzutage kennen.

Zwar ist in Rohrbach auch künftig die Versorgung mehr als gegeben – mit einem weiteren Fleischhauer, einem Bäcker, einem Kaufhaus und nicht zuletzt einem Supermarkt. Dennoch ist das Ende eines vormals so langlebigen Familienbetriebes in gewisser Weise auch ein Sinnbild der heutigen Gesellschaft. Es gibt sie immer seltener, die kleinen Greißler, die oft nicht mehr gegen die großen Ketten und Märkte ankommen.

Dabei zeigt sich immer wieder auch bei den Kunden der Wunsch nach der guten alten Greißlerei als Treffpunkt. Umso wichtiger ist hier die Rolle der Gemeinden: Sie könnten sich Initiativen überlegen, um Greißler und Co. finanziell zu unterstützen und damit weiterhin die Nahversorgung im eigenen Ort zu gewährleisten.