Neudörfler Spielplatz erneut zugemüllt. Überwachungskameras, gelegentliche Polizeikontrollen oder die altbewährte Einsicht sind Vorschläge zur Lösung der lästigen Müllproblematik am Neudörfler Spielplatz.

Von Christian Artner. Erstellt am 10. September 2020 (04:17)
So sah es in letzter Zeit häufiger am Neudörfler Spielplatz aus. Sind Überwachungskameras wie in Bad Sauerbrunn ein taugliches Mittel dagegen?
BVZ

In den vergangenen Wochen wurden in den sozialen Medien häufig Bilder von verärgerten Eltern hochgeladen, auf denen Verunreinigungen des Neudörfler Spielplatzes, dem Kurialpark, mit Zigarettenpackungen, Bierdosen und anderem Abfall dokumentiert wurden. „Mittlerweile vergeht uns wirklich die Lust, unsere Zeit auf dieser Müllhalde zu verbringen“, heißt es deshalb in einem der Online-Beiträge.

Ob Neudörfl häufiger als andere Gemeinden von solchen Rücksichtslosigkeiten betroffen ist, kann Bürgermeister Dieter Posch nicht sagen. „Ich weiß aber, dass es für Eltern genauso wie für mich als Bürgermeister fürchterlich ärgerlich ist, so etwas zu sehen.“

Wie das Problem sinnvoll anzupacken ist, darüber gibt es unterschiedliche Vorstellungen. Eine davon, gewissermaßen die ultima ratio, das allerletzte Mittel in Form einer Videoüberwachung des Spielplatzes wurde ebenfalls ins Treffen geführt.

Als Beispiel dafür, dass mittels Videoüberwachung nicht nur das Müllproblem beseitigt, sondern auch Vandalenakten vorgebeugt werden kann, lässt sich Bad Sauerbrunn anführen. Dort gibt es seit der Eröffnung des Spielplatzes und auch am Funcourt einige Kameras, die das Geschehen aufzeichnen.

Bürgermeister Gehard Hutter (SPÖ) berichtet, dass die Gemeinde damit bisher sehr gute Erfahrungen gemacht hat. „Wir sind zu der Überzeugung gekommen, auch aus Erfahrungen der Vergangenheit, dass es ohne dem nicht geht. Es gibt immer ein paar wenige, die nur aufs Zerstören aus sind.“

Dem Einwand, man würde damit die Kinder filmen, hält Hutter entgegen, dass das Videomaterial nur gesichtet wird, wenn auch tatsächlich etwas passiert. „Ansonsten werden die Aufnahmen automatisch gelöscht.“

Appell an die Einsicht der Jugendlichen

Für Bürgermeister Posch kommen Überwachungskameras dagegen nicht in Frage: „Ich hoffe nicht, dass wir, so leidig diese Vorfälle ohne Zweifel sind, in Neudörfl einen Überwachungsstaat errichten müssen. Ich glaube auch nicht, dass es derart besorgniserregend ist, um solche Methoden zum Einsatz bringen zu müssen.“

Ein Überwachungsstaat solle zwar nicht etabliert werden, was aber nicht schaden könnte – und das wird durchaus auch von Posch ausdrücklich gewünscht –, sind fallweise Kontrollen durch die Polizei an neuralgischen Punkten sowie ein klärendes Gespräch mit den Jugendlichen, die vermeintlich für die Müllrückstände verantwortlich sind.

„Wenn man sieht, dass man nicht ungestört tun und lassen kann, was man will und merkt, dass es sehr wohl eine Behörde gibt, die das kontrolliert, wird sich das Verhalten mancher sicherlich zum Besseren wenden“, ist Posch überzeugt. Bei der Polizeiinspektion Neudörfl nachgefragt, ob dafür Kapazitäten frei wären, heißt es, dass es „daran sicher nicht scheitern wird.“

Werden grobe Verunreinigungen festgestellt, kann die Polizei die Daten der Verursacher aufnehmen und den Fall weiter an die Bezirkshauptmannschaft Mattersburg leiten, die klärt, ob eine verwaltungsrechtlich strafbare Handlung vorliegt oder nicht. Um ein Kavaliersdelikt handle es sich also keineswegs, darüber sollten Heranwachsende, aber auch deren Eltern Bescheid wissen.

Neben Maßnahmen wie Überwachungskameras oder Polizeikontrollen wurde zugleich auch das sicherlich wünschenswerteste Mittel gegen solche Vorfälle angesprochen, nämlich die Einsicht der Verursacher, bei deren Herstellung die Erziehung durch die Eltern maßgeblich ist. Dieser Meinung ist auch Robert Peterlik, Ortsvorsitzender der FPÖ: „Es ist bedauerlich, was hier immer wieder passiert. Wichtig ist in einem ersten Schritt, an die Eltern und Jugendlichen zu appellieren.“

Die FPÖ steht allerdings im Gegensatz zur SPÖ einer Videoüberwachung offen gegenüber. „Seitens der FPÖ haben wir das schon in den letzten Jahren angesprochen, rechtlich ist es allerdings nicht so einfach. Sollte das Problem weiterhin auftreten und alle anderen Maßnahmen nicht greifen, sind wir der Meinung, dass die Möglichkeit von Überwachungskameras erneut diskutiert und geprüft werden sollte.“