Wieder (fast) Normalbetrieb in Ponyreitschule. Seit dem 1. Juni werden wieder Reitstunden gegeben. Lediglich die „Hippolini“-Gruppen, ein Reitpädagogik-Kurs, wird noch nicht angeboten.

Von Tina Wohlfarth. Erstellt am 14. Juni 2020 (05:53)
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Bei Betreiberin Sabine Haider befinden sich aktuell rund 80 Islandpferde am Hof.Wohlfarth
Tina Wohlfarth

Von den Einschränkungen bezüglich Corona war auch die „Ponyreitschule Krebsenbachhof“ betroffen. Lediglich jene Einsteller, die ein krankes Pferd hatten, durften immer kommen.

Ausreiten sowie Reiten am Hof war ab 1. Mai wieder möglich und seit 1. Juni herrscht (fast) Normalbetrieb, lediglich die „Hippolini“-Gruppen müssen sich noch gedulden.

Mit 19 Jahren zwei Islandpferde

Betrieben wird die Ponyreitschule von der Mattersburgerin Sabine Haider-Kurz. „Als ich 19 war, haben meine Schwester und ich zwei Islandpferde bekommen“, erzählt Haider-Kurz. Es war schon ihr Traum als Kind später einmal mit Pferden zu arbeiten. Durch die Unterstützung ihrer Eltern ließ sie ihren Traum dann wahr werden und schaffte ihr eigenes Gestüt auf dem ehemaligen Feld ihre Vaters.

Rund um den Pferdehof liegt die Landwirtschaft ihres Vaters. „Sein Wissen ist eine große Stütze und auch das Heu für die Pferde kommt großteils von den eigenen Feldern“. Das Wissen über Pferde hat sich Sabine Haider-Kurz in diversen Kursen aneignet. Reitlehrer gibt es keine, der Unterricht wird alleine von ihr abgehalten.

Am Krebsenbachhof werden auch Einstellmöglichkeiten angeboten. Derzeit sind ca. 80 Islandpferde am Hof, welche nach Geschlechtern getrennt in kleinen Herden gehalten werden. Ein gemütliches Reiterstüberl garantiert, dass sich die Reiter hier wohlfühlen. Außerdem stehen für die Vierbeiner ein Solarium und ein Sole/Sauerstoffgerät zur Linderung von Lungenproblemen und Hautproblemen zu Verfügung.

Für Einsteller und Pferd wird eine liebevolle, familiäre und fachlich kompetente Betreuung geboten. „Früher war der Reitsport sehr militärisch geprägt, das ist heute glücklicherweise nicht mehr so. Es geht mehr in die Richtung ein Pferd spielerisch zu erziehen“, erzählt sie. Am Krebsenbachhof können schon die Kleinsten den Umgang mit dem Pferd bei geführten Touren lernen.

Die spielerische Begegnung mit dem Tier und die vielen Erlebnismöglichkeiten stehen im Mittelpunkt der Reitpädagogik. Es gibt spezielle Reitstunden, welche sich „Hippolini“ nennen. Dabei werden die Kinder in Gruppen betreut und lernen ohne Druck die Pferde besser kennen.

Ziel der Spiele ist ein ausbalancierter Sitz, ein angstfreier und einfühlsamer Umgang mit den Tieren und ein kindgerechtes Grundwissen von der Pflege über die Haltung bis hin zum Sport. Aufgrund der Corona-Krise sind diese derzeit jedoch nicht möglich. Reitunterricht oder Ausritte in Gruppen konnten während des Lockdowns keine durgeführt werden.

„Die Zeit habe ich genutzt und am Hof neue Sträucher und Bäume gepflanzt. Wir sind froh, dass die Maßnahmen gelockert wurden und wieder geritten werden darf. Die entsprechenden Abstands- und Hygieneregeln werden natürlich eingehalten, aber aufgrund der Pferde ergibt sich schon automatisch ein Abstand von 2 Metern“, versichert Haider-Kurz.

Große Nachfrage bei den Einstellplätzen

Die Nachfrage nach Reitunterricht und Einstellplätzen hat sich in den letzten 10 Jahren verdoppelt.

„Ich liebe einfach die Abwechslung in diesem Job. Die Arbeit mit verschiedensten Pferden jeden Alters, die einen immer wieder aufs Neue herausfordern. Zwischendurch unterrichten, der Umgang mit Menschen und Einstellern sowie das gesamte Drumherum. Es wird nie langweilig und dadurch ist es auch nicht immer einfach. Es ist ein Fulltimejob.“