In Rohrbach ist mehr Kultur gefragt. Ab Frühjahr 2020 können sich die Rohrbacher auf mehr kulturelle Veranstaltungen im Fürstenkeller freuen.

Von Christian Artner. Erstellt am 04. Oktober 2019 (03:47)
Artner
Peter Schilling von der Agentur Scheibmaier & Schilling und Helmut Schütz (r.) mit Bürgermeister Günter Schmidt. Gemeinsam wollen die beiden, die schon bei mehreren Projekten zusammengearbeitet haben, mehr kulturelle Veranstaltungen in die Gemeinde bringen.

Walter Kammerhofer stürmt auf die Bühne. Das Publikum ist von Beginn an auf seiner Seite, und so dauert es nur kurz, bis die ersten lauthals zu lachen beginnen. Kammerhofer, der aus Narrisch guat bekannt ist, zieht in seinen Programmen stets gerne die Zuseher mit ein und interagiert mit ihnen. In „Offline“ soll ein Polizeihubschrauber, der über einer Bankfiliale kreist, akustisch nachgemacht werden.

„D-d-d-d-d“ – wie jemand, der vor Kälte zittert, lautet seine Anweisung. Vorne links solle leise begonnen werden, hinten im Zuschauerbogen steigt die Drehzahl, um rechts in den ersten Reihen leise auszuklingen. Der erste Versuch misslingt etwas, das Herumkreisen des Hubschraubers komme nicht gut zur Geltung. Hier sei es aber auch sehr schmal, sagt Kammerhofer und meint damit den Rohrbacher Fürstenkeller, in dem er am 19. September auftrat.

Genau das macht aber auch den Charme dieses Gebäudes aus. Unter einem halbrunden Mauergewölbe ist dort lediglich für acht Sessel pro Reihe und einem schmalen Durchgang Platz, der Keller zieht sich etwa 20 Meter in die Länge. Geht es nach Helmut Schütz und Peter Schilling, so war Walter Kammerhofers Auftritt nur der erste einer ganzen Reihe kultureller Veranstaltungen, die in Zukunft dort stattfinden sollen. „Ich kam auf diese Idee dadurch, dass nicht wirklich größere kulturelle Veranstaltungen in Rohrbach für das nächste Jahr in Planung waren. Deshalb habe ich mich an Peter Schilling gewandt, den ich aus unserer früheren Zusammenarbeit sehr gut kenne und der mit vielen Künstlern in Kontakt ist“, berichtet der Rohrbacher Schütz. Schilling betreibt seine eigene Künstleragentur „Scheibmaier & Schilling“, die jährlich weit mehr als 100 Veranstaltungen österreichweit organisiert, unter anderem Auftritte von Gery Seidl, Alex Kristan oder Klaus Eckel und die unter anderem das Management für Gerd Steinbäcker, Stefan Jürgens (Soko Donau) oder das Kabarettduo Peter und Tekal verantwortet. „Helmut ist an mich herangetreten und hat gesagt, ich soll mir die Gegebenheiten in Rohrbach einmal näher ansehen. Daraus ist das Pilotprojekt mit Walter Kammerhofer entstanden.“

Bis Ende 2019 wird Programm erarbeitet

Da die Zusammenarbeit mit der Gemeinde und Bürgermeister Günter Schmidt gut funktioniert habe, wurde der Entschluss gefasst, ein Kulturprogramm für das kommende Jahr auszuarbeiten. Geplant sind vorerst drei größere Veranstaltungen im Frühjahr und drei im Herbst. Genaue Programmpunkte kann Schilling noch nicht verraten: „Da fragst du mich noch einige Wochen zu früh. Bis Ende des Jahres werden wir aber die Programmpunkte fixiert haben.“ Gespräche laufen bereits im Hintergrund. Es wird aber ein vielfältiges und abwechslungsreiches Programm mit Kabarett und musikalischen Acts in Aussicht gestellt.

Schütz und Schilling haben auch lange Zeit, von 2004 bis 2010, gemeinsam die Herbert-Prohaska-Fußballcamps in Steinbrunn organisiert, seinerzeit die größten dieser Art österreichweit.

„Wir haben auch Kochbücher mit den Lieblingsrezepten ehemaliger Fußballstars wie Prohaska oder Andi Ogris herausgebracht“, berichtet Schütz, der beim Wasserleitungsverband gearbeitet hat, und das Organisieren und Planen nebenher erledigte.

„Stimmung zum Auftakt war ausgezeichnet“

Mit dem Auftakt von Kammerhofer waren beide sehr zufrieden: „Es war ein guter Start. Die Stimmung war hervorragend, der Saal gut gefüllt. Etwas Schöneres können wir uns für den Start nicht wünschen.“ Schütz hätte sich lediglich gewünscht, dass auch mehr Rohrbacher sich in den Fürstenkeller eingefunden hätten. „Das heimische Publikum hat etwas ausgelassen. Aber vielleicht beim nächsten Mal, wenn es noch besser beworben wird. Das war jetzt erstmal ein Probelauf.“