Doskozil „fragte in Mattersburg nach“. In Mattersburg stand Hans Peter Doskozil Rede und Antwort bei Fragen zu „Bio-Wende“, Klimaschutz – und auch Privatem.

Von Wolfgang Millendorfer. Erstellt am 03. Juli 2019 (04:06)

Unter dem Motto „Doskozil fragt nach“ startete der Landeshauptmann mit der ersten von elf geplanten Stationen in der Mattersburger Bauermühle seine Tour durchs Land. Zum einen, um nachzufragen: „Haben wir etwas vergessen, stellen wir etwas anderes zu sehr in den Fokus?“, wie Hans Peter Doskozil eingangs erklärte.

Zum anderen aber beantwortet auch der Landeschef selbst jede Menge Fragen aus dem Publikum. Nach einer Aufwärmrunde mit Einblick in den Politiker-Alltag („Ich bin kein Morgenmensch, aber am Abend ist es mir egal, wie lange die Termine dauern“) oder in seine Arbeitsweise („Ich habe keinen Computer, keinen Schreibtisch, es gibt immer nur persönliche Gespräche“) ging es auch schon ins Detail.

„Ich bin kein Morgenmensch, aber am Abend ist es mir egal, wie lange die Termine dauern“

Mit dem Mindestlohn von 1.700 Euro netto im Landesdienst stand für Doskozil sozusagen ein Lieblingsthema zur Diskussion: „Als Politiker komme ich mir komisch vor, das nur zu fordern, aber im öffentlichen Bereich nicht umzusetzen.“

In der gut gefüllten Bauermühle hatte sich auch eine Runde von Landwirten aus dem Bezirk eingefunden, die sich durchaus kritisch mit der vom Land propagierten „Bio-Wende“ auseinandersetzten: „Man fühlt sich als konventioneller Landwirt übergangen, aber auch wir halten die Vorgaben ein und sind keine schwarzen Schafe“, hieß es etwa.

Doskozil antwortete, man schreibe niemandem vor, ob er bio oder konventionell arbeiten solle, „aber die öffentliche Hand muss eine Entscheidung treffen, was mit den Fördermitteln geschieht, was wir und unsere Kinder essen sollen“. Es folgte auch eine Diskussion über den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln.

„Nur wenn alle Gemeinden zustimmen und der Lärmschutz passt!“

Neben dem Ausbau der Autobahn A3 (Doskozil zur Anfrage: „Nur wenn alle Gemeinden zustimmen und der Lärmschutz passt!“) ging es in der Publikumsdiskussion auch um den Klimaschutz. Hier kündigte der Landeshauptmann an, dass man überschüssigen Strom aus Windkraft bald neu nutzen werde: „Erste Wasserstoff-Busse werden schon nächstes Jahr im Bezirk Neusiedl fahren.“

Und am Ende kam es doch noch einmal zum direkten „Bio-Duell“: Zum Wett-Gaberln hatte sich neben dem fußballbegeisterten Lehrling Ali Hosseini nämlich auch Bauernbund-Direktor Josef Prantl gemeldet. Er schaffte es schließlich auf Platz eins, zum Abschluss gab‘s einen Handshake mit dem Landeschef – und noch weitere Gespräche in der Bauermühle.