Benjamin Knöbl arbeitet mit Musiklegende Peter Wolf

Der Marzer Filmregisseur Benjamin Knöbl arbeitet in Los Angeles gemeinsam mit der österreichischen Musiklegende Peter Wolf an einer neuen Serie.

Erstellt am 27. Februar 2019 | 04:00
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Foto: BVZ

Es sind zwei Generationen mit Österreichbezug, die in der schillernden Filmmetropole Los Angeles aufeinandertreffen. Zwei, die auszogen, um früh die Welt zu erobern. Der eine 1952 in Wien geboren, wurde siebenmal für den Grammy – der höchsten Auszeichnung der internationalen Musikbranche, vergleichbar dem Oscar – nominiert. Mehr als 230 Millionen verkaufte Tonträger säumen seinen langjährigen Schaffensdrang und machen ihn zum mit Abstand erfolgreichsten Musiker Österreichs. Bei einer Publikumswahl zum bedeutendsten österreichischen Musiker der vergangenen Jahrhunderte belegte er Platz zwei – vom Thron des nationalen Musikolymps allein verdrängt von Mozart.

Der andere, ein 29 Jahre junger aufstrebender Filmregisseur aus Marz, feierte am 12. August 2018 mit seinem Kurzfilm „The Reason for Living“, für den er Auszeichnungen für beste Kamera, beste Ausstattung und besten Schnitt auf verschiedenen Festivals erhielt, Weltpremiere in Los Angeles.

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Nun kreuzen sich die Wege der beiden Künstler. „Peter Wolf hat von meinem Film ,The Reason for Living´ über das österreichische Konsulat in Los Angeles erfahren. Daraufhin wollte er mit mir zusammenarbeiten“, berichtet Knöbl betont bescheiden, wie der Altmeister Wolf auf ihn aufmerksam wurde.

Gemeinsam arbeiten sie jetzt an einer neuen Serie, die den Titel „Sweet Toxins“ trägt und in der die Familiensaga der Besitzer des größten amerikanischen Pharmaunternehmens, der fiktiven Familie Brinks, erzählt wird, die durch die Erfindung eines kleines japanischen Konkurrenten vom Ruin bedroht wird und infolge dessen alles daran setzt, um diesen abzuwenden – und unter dem Eindruck dieser Gefahr sogar tiefgreifende Familienzwistigkeiten überwindet.

Drehbuch wird ab April bei Sendern vorgestellt

Peter Wolf, der unter anderem Musikstücke für Filme wie Top Gun oder Pretty Woman beisteuerte und auch mehrere Folgen der Serie Kommissar Rex vertonte, wird bei der Zusammenarbeit mit Knöbl nicht allein für die Musik verantwortlich sein. „Er wird sehr wohl die Musik für die Serie schreiben“, erklärt Knöbl, „er ist aber gleichzeitig viel mehr. Er ist Initiator und mit seiner Frau Lea einer der Produzenten von Sweet Toxins.“

Die Bekanntschaft mit Wolf ist für den Marzer Regisseur, der als seine Regie-Vorbilder unter anderem Stanley Kubrick, Federico Fellini und Gore Verbinski nennt, nicht nur aufgrund seines Enthusiasmus, den der 67-Jährige in ihrer Zusammenarbeit an den Tag legt, von großer Bedeutung, sondern auch seine Beziehungen in Hollywood und darüber hinaus helfen Knöbel dabei, seinen eigenen Weg zu finden: „In der Filmindustrie funktioniert alles über Netzwerke: ,Wer kennt wen und wer kann mit wem?`, sind Fragen, die bei meinen bisherigen Arbeiten immer eine große Rolle spielten. Über solche Netzwerke verfügt Peter Wolf.“ Momentan drehen sie am Trailer zur Serie, der etwa drei Minuten lang sein wird. „Parallel dazu schreibe ich auch am Drehbuch der ersten Folge von Sweet Toxins, die wir ab April bei Sendern und Produktionsfirmen vorstellen werden“, fasst Knöbel den Fortschritt seiner Arbeit zusammen.

Stolz auf Wurzeln in Österreich

Knöbl, der seine ersten Filme gemeinsam mit seiner besten Freundin schon mit acht Jahren drehte und auch in Dubai und Deutschland gearbeitet hat, scheint also bereits in Hollywood angekommen zu sein. Seine burgenländischen Wurzeln versucht er nicht zu verbergen: „Ich erzähle jedem stolz, dass ich aus Österreich bin und erkläre den Leuten sogar, wo auf der Landkarte das Burgenland liegt.“

Zukünftig könnte vielleicht sogar Forchtenstein Schauplatz einer seiner Filme werden. Dem bekennenden Sagenliebhaber, der aus Burgenlands Sagen eine Inspiration für die düstere Atmosphäre in seinen Filmen zieht, ist eine besonders in Erinnerung geblieben: Die Burgfrau von Forchtenstein. „Beim Gedanken an das Echo im Verließ Salaheh läuft mir schon seit ich ein Volksschulkind war ein kalter Schauer den Rücken hinunter. Ich könnte mir die Geschichte deshalb sehr gut als historischen Horrorfilm vorstellen.“