Frau in Männerdomäne: „Mir kann keiner was vormachen“

Caroline Biribauer ist Architektin, Betriebswirtin und neuerdings auch Schlossermeisterin im elterlichen Betrieb.

Helga Ostermayer
Helga Ostermayer Erstellt am 09. Juni 2017 | 05:35
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Mit Freude dabei. Die baldige Firmenchefin Caroline Biribauer liebt die Vielseitigkeit und die Abwechslung in ihrem Beruf.
Foto: BVZ, Alexander Poschner

Caroline Biribauer, vom gleichnamigen Traditions-Metallbauunternehmen, legte vor Kurzem die Prüfung zur Schlossermeisterin ab. „Mein Wunsch bestand schon immer darin zu gestalten, zu bauen, zu entwickeln und zu planen. Konstruktionen verschiedenster Art haben mich äußerst fasziniert. Werkzeug war etwas Schönes für mich. Mein Wunsch war aber nie so konkret, dass ich gesagt hätte, ‚ich möchte Schlossermeisterin werden‘. Doch ich wusste, ich will in die Baubranche“, sagt die studierte Architektin und Betriebswirtin, der jetzt, nach der Schlossermeisterprüfung, im Beruf so leicht ‚keiner was vormachen kann‘. „Es ist auf jeden Fall etwas Außergewöhnliches, dass eine Frau mit zwei akademischen Graden die Prüfung abgelegt hat und in Vorbereitung ist, ein Metallbauunternehmen zu leiten“, ist sie sich bewußt. Sie will gemeinsam mit ihrem Bruder zukünftig das Unternehmen führen.

Als Frau in einer Männerdomaine wird sie voll akzeptiert. „In unserer Firma klappt das zu 100 Prozent. Seit der Meisterprüfung verstehe ich den Betrieb besser und der Betrieb mich“, beteuert sie.

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„Frauen müssen oft ein Stück mehr leisten, sich ein Stück mehr beweisen, ein Stück mehr ihre Zuverlässigkeit zeigen. Da muss man durch. Aber es gibt auch viele Vorteile, wenn man sich als Frau in schwierigere berufliche Positionen vorwagt“, ist die 30jährige Marzerin überzeugt.

„Mit Höflichkeit lässt sich vieles klären“

Natürlich gab es schon die eine oder andere heikle Situation, über die Caroline Biribauer länger nachdenken musste. „Jedoch muss ich sagen, die meisten unangenehmen Situationen haben sich immer noch mit Höflichkeit klären lassen“, kann sie berichten.

Verschiedenste Aufgaben erledigt die junge Schlossermeisterin im elterlichen Betrieb. Die wichtigste ist aber derzeit den Prozess der Betriebsübergabe zwischen den Eltern, dem Bruder und ihr selbst zu forcieren. In diesem Prozess befindet sich die Firma, die derzeit 41 Mitarbeiter beschäftigt, bereits seit 2014.

„Die Vielseitigkeit in meiner Arbeit ist das Schönste für mich. Jede Tätigkeit macht mir Spaß, wenn es nur Abwechslung gibt. Das motiviert mich auch an schwierigen Tagen gerne in die Arbeit zu fahren“, erzählt Biribauer, die in Wien wohnt. „Es ist nichts so wertvoll, wie jeden Tag gerne aufzustehen und gern in die Arbeit zu gehen“, ist sie überzeugt.

Den privaten Hobbies, die die vielseitige baldige Firmenchefin am liebsten mit Freunden nachgeht, sind Schwimmen, Mountainbiken oder Kraftübungen. Aber auch die Kultur, wie Museums- oder Theaterbesuche oder kulinarische Genüsse kommen bei ihr nicht zu kurz.