Nazikeller-Affäre aus 2014: „A b‘soffene Gschicht“. Die Aufregung rund um den Seidl-Film „Im Keller“ wurde wieder thematisiert. Der Marzer Seniorenbundobmann trat nun von seiner Funktion zurück.

Von Richard Vogler und Christian Artner. Erstellt am 19. September 2019 (03:29)
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Umstrittene Szene aus Ulrich Seidls Film "Im Keller"

Im Jahre 2014 sorgte die „Nazikeller-Affäre“ für Schlagzeilen. Kurz vor den Nationalratswahlen „poppte“ sie wieder auf, was den Rücktritt des Marzer Seniorenbund-Obmannes zur Folge hatte. Erneut thematisiert sie im Rahmen der ORF-Wahldiskussion zwischen Norbert Hofer und Sebastian Kurz. Tags darauf zeigte sich Hofer erstaunt, dass der Ex-ÖVP Gemeinderat wieder in die Partei aufgenommen wurde.

„Die Volkspartei hat in dieser Causa sofort gehandelt und eine klare Linie gezogen. Der Seniorenbundobmann musste die Partei im Herbst 2014 verlassen und alle Funktionen zurücklegen. Die Staatsanwaltschaft hat im Sommer 2015 die Ermittlungen zu diesem Fall ohne Anklage eingestellt. Danach hat er sich wieder in das Gemeinschafts- und Dorfleben in Marz erneut integriert und engagierte sich auch wieder im örtlichen Seniorenbund. Er tritt von seinen Funktionen zurück und verlässt auch den Seniorenbund“, teilte die ÖVP Burgenland am Freitag der APA mit.

Der Ex-Gemeinderat habe darüber die Landespartei informiert, so eine Sprecherin. Der Rück- bzw. Austritt sei laut seinen Angaben erfolgt, „um der ÖVP nicht zu schaden“. Bereits bei Bekanntwerden der „Nazi-Affäre“ wurde von beiden Betroffenen darauf hingewiesen, dass sie mit Nazi-Devotionalien nichts zu tun haben wollen. Sie legten den Vertrag mit Seidl vor, in dem festgehalten wird, dass sie Statisten sein. Der Ex-Senioren-Obmann selbst will dazu keine Stellungnahmen abgeben.

„Das ganze war vor fünf Jahren, vor meiner Zeit. Es war eine b‘soffene Gschicht."

Lediglich Otto Mersich, Bezirkschef der Senioren, nimmt Stellung: „Das ganze war vor fünf Jahren, vor meiner Zeit. Es war eine b‘soffene Gschicht. Dass Ewald Widder rechte Tendenzen hat, kann ich auf jeden Fall ausschließen.“ Ein Marzer, der Widder kennt, hält ebenso fest: „Ewald Widder zu unterstellen, dass er mit Hitler sympathisiert, ist großer Blödsinn.“