Rehkitze gerettet

Marzer Jägerschaft will mit Sensoren, die an Mähmaschinen angebracht werden, das Überfahren von jungen Rehkitzen, Hasen oder sonstigen Bodenbrütern verhindern.

Helga Ostermayer
Helga Ostermayer Erstellt am 20. August 2021 | 06:51
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Eigene Sensoren. Hochfrequente Töne werden abgegeben, die das Jungwild in die Flucht treiben.
Foto: zVg

Jungtieren sagt ihr Instinkt, dass sie sich im hohen Gras ruhig verhalten sollen, um sich so vor natürlichen Feinden zu schützen. Genau das kann ihnen aber zum Verhängnis werden, weil sie nicht flüchten, wenn sich ein Rasenmäher oder Mähdrescher annähert. Jedes Jahr fallen daher zur Mähzeit viele Rehkitze, Junghasen und Bodenbrüter den Rasenmähern oder Maschinen, die durch die Felder fahren, zum Opfer.

Die Jagdgesellschaft Marz traf daher Gegenmaßnahmen und sucht die Felder vor dem Mähen mit Jagdhunden ab, um die Jungtiere zu entfernen, aber auch diese Maßnahmen konnten die massiven Verluste bei Rehkitzen und anderen Jungtieren nicht verhindern.

Aus diesem Grund haben sich die Marzer Jäger heuer erstmals dazu entschlossen, eine Initiative zur Rettung der Tiere zu starten und schaffte sogenannte „Rehkitzretter“ an, um diese nach Bedarf an Landwirte zu verteilen. Diese Geräte werden am Traktor oder am Mähwerk montiert und geben im Intervall hochfrequente Töne ab, die das Wild dazu bewegen sollen, die für sie gefährlichen Flächen zu verlassen.

Ein Drittel der Kosten für die „Kitzretter“ trägt die Jagdgesellschaft Marz, zwei Drittel werden von den Landwirten getragen.

Einer, der sich so einen „Kitzretter“ angeschafft hat, ist der Bauer Josef Schmidl, der eine Fläche von 25 Hektar Wiese bewirtschaftet.

Dieser berichtet: „Ich habe mir auch so einen Kitzretter-Sensor gekauft, dieser kostet etwa 90 Euro. Er bringt was, wenn die Kitze schon ein wenig größer sind und weglaufen können. Ganz kleine Kitze können nicht zu 100 Prozent geschützt werden. Wir Bauern achten darauf, dass die Wiesen, die nahe beim Wald liegen und in denen besonders viele Jungkitze liegen, erst zu einem späteren Zeitpunkt gemäht werden.

„Die Jagdgesellschaft Marz ist stets bemüht, sowohl mit Landwirten als auch mit der Ortsbevölkerung ein gepflegtes ‚Miteinander‘ zum Wohl des Wildes zu finden“, so ein Sprecher der Jagdgesellschaft Marz.