Überfüllter Schulbus: Angst vor Ansteckung. Schüler müssen in den Bussen von Marz nach Katzelsdorf und Frohsdorf eine halbe Stunde dicht gedrängt stehen. Vater fordert Aufstockung der Busverbindung.

Von Helga Ostermayer. Erstellt am 17. September 2020 (05:56)
Symbolbild
VOR/Josef Bollwein

„Gesund ans Ziel kommen“ ist auf der Homepage von VOR (Verkehrsverbund Ostregion) zu lesen. Dieser Meinung kann sich aber der Marzer Vater Gerald Herowitsch-Trinkl, dessen Sohn mit dem Bus nach Katzelsdorf ins Gymnasium fährt, ganz und gar nicht anschließen.

Er berichtet: „Der Bus der Linie 7971T, der die Kinder von Rohrbach aus über Marz, Mattersburg und Wiesen nach Katzelsdorf und zu den Schulen in Frohsdorf bringt, ist täglich bummvoll, ein zweiter Bus, der auch zur selben Zeit diese Strecke fährt, ebenfalls. Die Schüler stehen in dieser halben Stunde Fahrzeit zwar mit Mund-Nasen-Schutz, aber dicht gedrängt im Bus und ein Sitzplatz ist kaum zu bekommen.“ Er fährt fort: „Meinem Sohn ist es schon passiert, dass er nicht aus dem Fahrzeug aussteigen konnte und eine Haltestelle weiter fahren musste, weil die Ausgänge so mit Schülern verstopft waren.“

Interventionen blieben bisher ohne Ergebnis

Der Marzer hat auch schon bei VOR, sowie im Gymnasium und bei der Bezirkshauptmannschaft Mattersburg sowie bei Blaguss, der die Fahrten durchführt, wegen einer Aufstockung des Busverkehres interveniert, bis jetzt ohne Ergebnis. Herowitsch-Trinkl spricht von einem Schildbürgerstreich, denn „in den Schulen werden die Corona-Maßnahmen strikt eingehalten und in den Bussen stehen die Kinder dann dicht an dicht. Dabei handelt es sich nicht um kleine Kinder, sondern um Schüler zwischen zehn und achtzehn Jahren, die durchaus schon vom Corona-Virus gefährdet sein können.“

Die BVZ fragte bei VOR nach und erhielt folgendes Statement: „Wir sind mit unserem Partnerunternehmen diesbezüglich in Kontakt und prüfen die Situation gerade. Eventuell gibt es eine alternative Verbindung, die aber wegen eines notwendigen Umstieges für viele nicht so attraktiv ist. Bitte um Verständnis, dass die Regionalbusunternehmen in der Hauptverkehrszeit meist alle verfügbaren Busse im Einsatz haben und neue Linienbusse eine Investition von rund 250.000 bis 300.000 Eurobedeuten.

Ebenso sind zu Schulbeginnzeiten alle verfügbaren Lenker je nach Dienstrad im Einsatz. Noch einen Bus bereitzustellen ist kein einfaches Unterfangen. Was die anhaltende Corona-Situation betrifft, hat die Österreichische Agentur für Ernährungssicherheit Mitte August einmal mehr bestätigt, dass sich unter den abgeklärten Clustern keine Fallhäufungen auf die Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln zurückführen lassen. Wir halten weiterhin alle Fahrgäste zum sorgsamen Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes an, die Busse werden regelmäßig gereinigt und auch sonst versuchen wir alles zu tun, um Fahrgästen ein weiterhin sicheres Vorankommen zu ermöglichen. Unsere Kollegen prüfen den Fall, wir halten sie auf dem Laufenden.“