Differenzen zwischen Tschürtz und Spuller

Unstimmigkeiten zwischen Tschürtz und Spuller bei Bürgermeisterkandidatur und Parteiausschluss einer Funktionärin.

Erstellt am 21. Januar 2021 | 04:24
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Früher gab es gemeinsame Pressekonferenzen von Hans Tschürtz (l.) und Christian Spuller, nun sind die Fronten verhärtet.
Foto: BVZ

Einst arbeiteten sie eng zusammen: Christian Spuller übernahm im Jahre 2017 die Leitung der Landessicherheitszentrale, in diesem Zeitraum war Hans Tschürtz Sicherheitslandesrat. In den letzten Tagen traten hingegen heftige Differenzen zu Tage. Tschürtz überraschte zunächst die Öffentlichkeit mit seiner Ankündigung, eine Kandidatur bei den Bürgemeisterwahlen in Erwägung zu ziehen, auch als Parteifreier könnte er sich dies vorstellen.

„Viele Bewohner reden mich an, schildern mir ihre Anliegen. Mattersburg braucht neue Impulse, denn in den vergangenen Jahren ist vieles schief gelaufen“, so FPÖ-Klubobmann Tschürtz, der nach der Trennung von seiner Frau von Loipersbach nach Mattersburg umgezogen ist. SPÖ-Bezirksparteiobmann Christian Spuller und FPÖ-Stadtparteiobmann Sigi Steiner sprachen sich in einer Aussendung gegen die Kandidatur aus.

„Seit Wochen und Monaten spricht die Landespartei nicht mit uns. Das geht so nicht, sich selbst als Kandidat auszurufen.“ Tschürtz zog die Kandidatur dann wieder zurück. „Ich bin nicht derjenige, der sagt, dass ich unbedingt Bürgermeister werden soll. Wenn Spuller als Bezirksobmann das nicht will, habe ich kein Problem damit.“

Nächster Streitpunkt waren Differenzen rund um den Parteiausschluss von Claudia Schweiger-Bollmann. Auf Facebook kommentierte Tschürtz einen Eintrag von Schweiger-Bollmann mit den Zeilen: „Dein Ausschluss wurde von Christian Spuller und Paul Strobl beantragt.“ Spuller reagierte mit den Worten: „Eine glatte Verleumdung.“

Im Gespräch mit der BVZ konkretisiert Tschürtz: „Christian Spuller hat als Bezirksobmann in einer Bezirkssitzung auf Antrag von Paul Strobl beschließen lassen, dass Frau Schweiger ausgeschlossen wird. Er als Bezirksobmann hat auch mitgestimmt. Der Beschluss wurde dem Landesparteivorstand übermittelt.“

Christian Spuller dazu: „Ich selbst habe mich nie für einen Parteiausschluss ausgesprochen. In der Sitzung hat es den Beschluss gegeben, dass Claudia Schweiger-Bollmann ausgeschlossen werden soll. Von Paul Strobl wurde der Ausschlussantrag an den Landesparteivorstand gestellt, so dass sich dieser damit befasst. Strobl hat diesen in der Zwischenzeit zurückgezogen, dies wurde jedoch nicht berücksichtigt.“ Ob es noch eine Chance auf eine Zusammenarbeit gibt? „Ich denke, das ist sehr schwierig, es hat massive Schimpftiraden gebgeben. Das Verhalten von Spuller ist sehr unprofessionell“, so Tschürtz. Geht es nach Spuller, so ist man „aufgrund des Verhaltens der Parteispitze von einer Gesprächsbasis weit entfernt.“

„Werde mich an das Parteigericht wenden“

Schweiger-Bollmann hat in einem Mail vom Landesparteivorstand die Info erhalten, dass sie aus der Partei ausgeschlossen wird. „So ein Verhalten ist sehr bedenklich. Es ist ein Wahsinn, wie man mit ehrenamtlichen Funktionären umgeht. Im Rahmen meiner Funktion als Obfrau des Freiheitlichen Familienverbandes habe ich alle Vorgaben erfüllt. Ich warte noch auf das offizielle Schreiben, ich werde mich auf jeden Fall an das Parteigericht wenden.“