Bürgermeisterin zur Impflotterie: „Mit positiven Anreizen arbeiten“

Erstellt am 19. Februar 2022 | 06:34
Lesezeit: 3 Min
440_0008_8285901_mat07rv_claudia_schlager.jpg
Bürgermeisterin Claudia Schlager: „Uns ist jeder einzelne zusätzlich geimpfte Bürger wichtig.“
Foto: zVg
Der Bund hat seine geplante Impflotterie nun gestrichen. Bürgermeisterin Claudia Schlager über die Gründe, warum eine in Mattersburg umgesetzt wird.
Werbung

Corona-Maßnahmen polarisieren und auch bei Impflotterien ist man geteilter Meinung. Die erste in Österreich rief Landeshauptmann Hans Peter Doskozil für das Burgenland im vergangenem Jahr ins Leben. Die von der Bundesregierung geplante, jedoch nun gescheiterte Impflotterie, wurde vom Landeschef kürzlich kritisiert. Die Begründung: Zu jenem Zeitpunkt, als man die Aktion im Burgenland umsetzte, gab es noch keine Impfplicht und man wollte mit dieser Maßnahme die Impfquote pushen. Die jetzige Impflotterie der grün-schwarzen Bundesregierung falle nun in jenen Zeitraum, wo es bereits eine Impfpflicht gibt – es sollten nicht jene belohnt werden, die sich „nur“ an das Gesetz halten.

Klare Worte vom SPÖ-Landeshauptmann, in der von der SPÖ regierten Stadt Mattersburg geht man nun dennoch den Weg einer Impflotterie (die BVZ berichtete in der Vorwoche).

„Der Bund hat die Kommunale Impfkampagne ins Leben gerufen, insgesamt 750 Millionen Euro werden den österreichischen Gemeinden für Aufwendungen in Zusammenhang mit Aktionen zur Erhöhung der Impfquote zur Verfügung gestellt. Natürlich wollen wir auf dieses Geld nicht verzichten, Mattersburg stehen 60.000 Euro zur Verfügung“, berichtet Bürgermeistein Claudia Schlager, um ins Detail zu gehen: „Natürlich wird ein Teil für gezielte Informations- und Aufklärungsarbeit verwendet. Das ganze Geld wollten wir jedoch nicht – überspitzt ausgedrückt – nur für Infofolder aufwenden. Positiver Nebeneffekt, den Schlager hervorstreicht: „Wir unterstützen damit auch regionale Gewerbetreibende. Auch wenn es für manche nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist, es wird ein erheblicher Teil der Preise von ortsansässigen Betrieben angekauft, vom Gutschein bis hin zu Sachpreisen. So bleibt das investierte Geld in der Region.“

Laut Schlager habe man sich auch bewusst dazu entschieden, nicht mit Angst- und Panikmache zu argumentieren, sondern mit positiven Anreizen zu arbeiten. „Als ehemalige Lehrerin weiß ich, wie wenig man mit Druck und Androhung erreicht, von „Strafen“ ganz zu schweigen. Wir setzen hier vielmehr auf Motivation und Aufklärung. Natürlich ist uns bewusst, dass man überzeugte Impfgegner nicht umstimmen wird, aber diejenigen, die noch den letzten Ruck benötigen, hoffen wir mit der Impflotterie umstimmen zu können. Uns ist jeder einzelne zusätzlich geimpfte Bürger wichtig.“

Was Schlager von der Impfpflicht hält? „Ich denke, es sollte jeder entscheiden können, ob er sich impfen lassen soll.“

Werbung