Corona: Unternehmer setzt rechtliche Schritte. Bedingungen für Schadensfall sollen nicht erfüllt sein. Mattersburger Thomas Krajschits ergreift rechtliche Schritte.

Von Richard Vogler. Erstellt am 16. April 2020 (04:12)
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Die Situation, die vor einigen Wochen eintrat, ist allseits bekannt und eine der Corona-Maßnahmen betraf auch den Handel: Von Seiten der Bundesregierung wurde über die Medien das Schließen der Handelsgeschäfte mit 15. März angeordnet. Davon betroffen war auch der Mattersburger Unternehmer Thomas Krajschits, der im Oktober vergangenen Jahres sein Sportartikelgeschäft „Sportsfreund“ in der Mattersburger Gustav Degengasse eröffnet hatte.

Thomas Krajschits: Kann sich nicht alles gefallen lassen 

Krajschits schloss bei einer Versicherung eine Betriebsunterbrechungsversicherung ab und in Punkt 2 ist auch der Fall einer Seuche oder Epidemie geregelt. „Dort geht klar hervor, dass ein Schadensfall eingetreten ist und die Versicherung ihre Leistung erbringen muss. Die Versicherung will nun jedoch nicht zahlen“, berichtet Krajschits. Der Unternehmer erhielt die Absage in einem Schreiben der Versicherung, die sich auf den Wortlaut der offiziellen Verordnung bezieht. Laut Versicherung trete der Schadensfall nur ein, wenn sich die Maßnahmen einer Behörde bei einer Epidemie die „den Betrieb verantwortlich leitende Person“ betreffe. In der Verordnung hingegen werde lediglich den Kunden der Zutritt zum Geschäftslokal untersagt. Da der Unternehmer das Geschäft weiterhin betreten könne, sei auch der Betrieb weiterhin zulässig und es seien alternative Leistungserbringen wie Online-Handel zu wählen.

Bei Vertragsabschluss betrieb Krajschits ausschließlich stationären Handel. „Ich habe mich extra bei meinem Versicherungsbetreuer erkundigt, ob ich in dieser Situation Online-Handel betreiben darf, ohne dass ich die Versicherungsbedingungen verletze, wobei mir dies auch zugesagt wurde“, berichtet Krajschits, der die Angelegenheit bereits in die Hände seines Rechtsbeistandes gegeben hat. „Mein Anwalt hat bereits bei der Versicherung gegen diese Entscheidung Einspruch erhoben“, so Krajschits, um weiter auszuführen: „Ich denke, dass es vielen Unternehmern so wie mir ergeht. Ich hoffe, dass sich einige melden und wir gemeinsam eine Sammelklage einbringen können. Man kann sich nicht alles gefallen lassen.“