Singletreff bei Wilma: Hier findet jeder Topf seinen Deckel

Erstellt am 05. Jänner 2023 | 06:00
Lesezeit: 4 Min
Unbenann
Wilma Fischer organisiert im Auftrag der Liebe regelmäßige Singletreffen.
Foto: zVg / shutterstock; FuzullHanum
Seit sieben Jahren organisiert die Mattersburgerin Wilma Fischer monatliche Singletreffen. Als weiblicher Amor hat sie dabei schon einige einsame Herzen zusammengebracht.
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Angefangen, Singletreffen zu veranstalten, hat die gebürtige Hirmerin nach ihrer Scheidung. „Damals“, erzählt sie, „bin ich immer gerne in Tanzlokale gegangen.“ Dort herrschte aber häufig ein Frauenüberschuss. „Deshalb habe ich mir gedacht, ich stelle selbst etwas auf die Beine.“ Gesagt, getan. Mit einigen Frauen setzte sie sich zusammen und begann zu organisieren. Zunächst hätten nicht viele an den Erfolg einer solchen Veranstaltung geglaubt, sagt sie. Beim ersten Singletreffen kamen allerdings auf Anhieb über hundert Leute.

44 Pärchen haben sich schon gefunden

Früher arbeitete Wilma Fischer bei der Mattersburger Frauenservicestelle „Die Tür“. Dadurch kannte sie sehr viele Menschen. Das Singletreffen sprach sich also schnell herum. Auch heute sind die Treffen, die in Draßburg im Café Dorfwirt und in Stoob im Café Plitzerl stattfinden, immer noch gut besucht. „Wir haben natürlich einen Stammsinglekreis, der uns regelmäßig besucht. Ich freue mich aber auch, dass immer wieder neue Gesichter den Weg zu uns finden.“

Als Inspiration für „Wilmas Singletreffen“ schaute sie sich zu Beginn in Wien einige solcher Treffen an. „Ich wollte nicht dieselben Fehler machen, die woanders gemacht werden.“ Wichtig sei vor allem, dass sich die Singles von der ersten Sekunde an wohl fühlen. „Mein Singletreffen unterscheidet sich insofern von anderen Treffen, als dass ich meine Gäste ein bisschen betreue. Ich begrüße jeden und jede. Wenn jemand neu ist, frage ich, woher sie kommen und was sie sich vorstellen.“

„Niemand soll sich abgeschreckt fühlen, weil man glaubt, man muss dann tanzen.“

Eine nette Plauderei eben, um das Eis zu brechen. „Dann begleite ich sie zu einem der Tische oder frage, wo sie sich gerne hinsetzen würden. Meistens habe ich schon ein gutes ‚Hanterl‘ und weiß, wo jemand dazu passen könnte.“ Mit der Mattersburgerin Angelika Trimmel ist auch eine D-Jane seit dem ersten Treffen mit dabei. Sie sorgt für die entsprechende Tanzmusik. „Man kann tanzen, man muss aber nicht“, sagt Wilma Fischer. „Niemand soll sich abgeschreckt fühlen, weil man glaubt, man muss dann tanzen.“

Mittlerweile haben sich bereits 44 Pärchen bei ihr gefunden. Drei davon haben geheiratet. „Die Pärchen, die sich bei uns kennen lernen, dürfen zu den Treffen wieder kommen.“ Ansonsten sind tatsächlich nur Singles erlaubt. Die Zielgruppe, die angesprochen wird, beginnt größtenteils im mittleren Alter und ist altersmäßig nach oben hin offen. „Bei den Jüngeren gibt es natürlich auch den Bedarf. Aber die versuchen es heutzutage zuerst eher über’s Internet. Ich finde aber, es macht schon einen Unterschied, wenn man sich persönlich gegenüber sitzt.“

„Jeder Topf findet seinen Deckel.“

In einem Sprichwort heißt es: „Jeder Topf findet seinen Deckel.“ Wilma Fischer lacht, als sie das hört. So ganz zustimmen kann sie dem nicht. „Es gibt schon auch Töpfe, da passt kein Deckel drauf.“ Grundsätzlich ist sie aber romantisch veranlagt. Sie denkt, es sei niemals zu spät, um sich neu zu verlieben. „Ab 50 ist man aber vielleicht etwas realistischer und träumt nicht mehr vom Märchenprinzen.“ Wenn sie sich unter ihren Gästen umhört, was ein Partner oder eine Partnerin haben sollte, hört sie oftmals sehr ähnliches. „Höfliche Umgangsformen, gepflegt sein, Ehrlichkeit. Ich glaube, das wird in allen Altersgruppen gefragt.“

Auch wenn die Singletreffen gegründet wurden, um die Liebe zu finden, ist das nicht das einzige und vorrangige Ziel: „Es geht vor allem einmal darum, sich gut zu unterhalten und neue Leute kennen zu lernen. Das muss nicht unbedingt gleich die große Liebe sein.“

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