„Falscher“ Zug: Asylwerber in Ungarn gestrandet. Harmlose Zugreise über Ungarn nach Horitschon wurde für Asylwerber zur Falle. Er darf nicht mehr nach Österreich zurück.

Von Richard Vogler. Erstellt am 28. September 2017 (05:41)
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Ungewisse Zukunft. Ahmed Salad wurde nach Nyirbator, nahe der rumänischen Grenze gebracht.
BVZ

Es sollte ein Besuch bei seinen ehemaligen Freunden in Horitschon werden – nun sitzt der Asylwerber Mohamed Salad in Ungarn an der rumänischen Grenze in einem Flüchtlingslager fest.

Seit zwei Jahren in Österreich

Vor rund zwei Jahren kam er nach Österreich. Seit einigen Wochen wohnt Ahmed Salad in der Unterkunft von Maria Trippold, die in der Mattersburger Angergasse Flüchtlingen Unterkunft bietet.

Zuvor wohnte er in Horitschon und genau dorthin wollte er mit einem Freund am 24. August mit dem Zug fahren. Ein fataler Fehler, denn der Zug fährt über Sopron. Als die beiden in Sopron ankamen, stiegen sie aus und wollten nach Österreich zurückfahren, beide wurden dort jedoch festgehalten. „Er wurde von den ungarischen Polizisten verhört. Man hat geglaubt, dass er über Ungarn nach Österreich flüchten wollte“, berichtet Maria Trippold, die über das Internet zu ihm Kontakt hält.

Freund durfte wieder nach Österreich zurück

Die beiden wurden ins ungarische Nyirbator, nahe der rumänischen Grenze gebracht. Sein Freund, er hat bereits die Aufenthaltsgenehmigung, durfte wieder nach Österreich reisen, Mohammed sitzt noch immer dort fest.

„Wir wissen nicht, ob es ein Gefängnis oder ein Flüchtlingslager ist. Er sagt nur, dass er nicht hinaus darf“, so Trippold. Sie und seine Freunde in der Mattersburger Unterkunft machen sich große Sorgen um ihn. „Er ist nicht ganz gesund, er hatte Darmbakterien. Dort bekommt er nur Brotsuppe zu essen, ihm geht es sehr schlecht.“

Einvernahme erst am 22. Oktober

Bis zur Einvernahme in Nyirbator dauert es noch einige Zeit. „In Ungarn kann es bis zu zwei Monate bis zur Einvernahme dauern. Über die Diakonie konnte ich in Erfahrung bringen, dass diese nun für 22. Oktober angesetzt ist.“

Doppelt bitter ist jener Umstand, dass er Anfang September sein „Interview“ für das Aufenthaltsverfahren hatte und nun nach der Rückkehr auf einen neuen Termin warten muss.