FPÖ und Grüne suchen neue Chefs. Bei der Mattersburger FPÖ gibt es noch keinen Nachfolger für Sigi Steiner. Werner Graser (Grüne) hört im kommenden Jahr auf.

Von Richard Vogler. Erstellt am 30. April 2021 (04:23)
Ingrid Salamon (SPÖ) tritt als Bürgermeisterin nicht mehr an.
BVZ/zVg., BVZ/zVg.

Bei der SPÖ ist die personelle Ausrichtung für die im September oder Oktober 2022 stattfindenden Gemeinderatswahlen bereits abgesteckt. Wie die BVZ bereits berichtete, wird Bürgermeisterin Ingrid Salamon nicht mehr kandidieren, als Nachfolgerin wurde bereits Claudia Schlager ausgerufen.

Gespaltene FPÖ auf Landesebene

Bei der FPÖ gibt es hingegen Sorgenfalten auf dem Personalsektor. Auf Landesebene sind die Freiheitlichen gespalten – auf der einen Seite das Lager von Landesparteiobmann Alexander Petschnig, auf der anderen jenes von Geza Molnar. Parteiauswürfe oder Rücktritte waren die Folge. Die Auswirkungen machten sich auch in den Ortsparteien bemerkbar, so auch in Mattersburg: Der Mattersburger FPÖ-Obmann Sigi Steiner trat aus der Partei aus und fungiert nun als „freier Mandatar“ im Ortsparlament. Von einer funktionierenden Ortsgruppe fehlt jede Spur, wie auch FPÖ-Bezirksobmann Alois Artner (er folgte kürzlich auf Christian Spuller, dem vonseiten der Landespartei die ‚Kündigung‘ ausgesprochen wurde) festhält: „Die Ortspartei in Mattersburg muss von Grund auf neu aufgebaut werden.“

Bei der FPÖ Mattersburg fungiert Sonja Berger als Obmannstellvertreterin, Ersatzgemeinderat ist Johannes Berger. Sonja Berger war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Wie es in Mattersburg nun weitergehen soll? „Man wird sich zusammensetzen, die vorhandenen personellen Möglichkeiten durchforsten. Ich denke, wir werden eine entsprechende Lösung finden, um eine entsprechende Liste für die kommenden Gemeinderatswahlen stellen können“, berichtet Landesparteiobmann Alexander Petschnig. FPÖ-Klubobmann Hans Tschürtz ist seit geraumer Zeit in Mattersburg wohnhaft und hegte kürzlich Bürgermeisterambitionen, zog diese jedoch wieder zurück. Ob sich dies geändert hat? „Derzeit gibt es diesbezüglich keine Ambitionen. Man mus sich dies ansehen, wie sich die politische Lage entwickelt. Wichtig ist, dass es wieder eine geschlossene FPÖ Burgenland gibt“, so Tschürtz.

Für Werner Graser (Grüne) ist im kommenden Jahr Schluss.
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Auch die Grünen werden sich auf die Suche nach einem neuen „Chef“ begeben müssen. Werner Graser sitzt im Gemeinderat. „Ich werde meine Funktion nur noch bis zu den kommenden Gemeinderatswahlen ausüben. Ich habe ein neues Unternehmen gegründet, die Zeit ist einfach zu knapp“, so Graser. Ersatzgemeinderat ist Elisabeth Mendoza. Auch sie tendiert dazu, dass sie „dann nicht mehr weitermachen wird. Ich habe eine neue Funktion, bin Vertreterin für die Grünen Frauen im Burgenland, beide Funktionen sind mit großer Wahrscheinlichkeit nicht vereinbar.“

ÖVP: Entscheidung noch offen

Die ÖVP wird einen Bürgermeisterkandidaten stellen. „Wer dies sein wird, ist noch offen. Die Entscheidung wird Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres entschieden“, so Parteiobmann Andreas Feiler. Die „Liste Zukunft Mattersburg“ hält einen Sitz im Gemeinderat. Obmann Peter Pregl bekundet sein Vorhaben, weiterhin politisch tätig zu sein. „Ich mach auf jeden Fall weiter, der Zuspruch von den Mattersburgern ist sehr groß.“

Ob die LZM von Peter Pregl einen Kandidaten stellt, ist noch ungeklärt.
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Ob es eine Bürgermeisterkandidatur im kommenden Jahr geben wird? „Da ´will ich nicht vorgreifen, das werden wir im Vorstand besprechen. Wenn es die Corona-Vorschriften wieder erlauben, wird es eine Sitzung geben“, hält Pregl fest.