Gabentisch statt Kaffee im Cafe Rucki Zucki. Gertraud Sommer nimmt nicht mehr benötigte Sachen entgegen. Diese stehen zur freien Entnahme vor dem Mattersburger Lokal.

Von Richard Vogler. Erstellt am 12. Februar 2021 (04:34)
Dort, wo sich bei geöffnetem Lokal Gäste tummeln, hat Rucki Zucki-Chefin Gertraud Sommer einen Gabentisch eröffnet.
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Seit bald einem Jahr gibt es Lockdowns, die Lokale haben seitdem nur wenige Wochen offen gehabt. Beim Cafe „Rucki Zucki“ tummeln sich bei Betrieb vor dem Lokal stets Personen, seit Jänner wurde dieser Bereich in einen Gabentisch umfunktioniert. Nicht mehr benötigte Sachen können vorbeigebracht und entnommen werden. „Begonnen hat es damit, dass ich meine nicht mehr benötigten Utensilien dort hergeschenkt habe. Dann sind Menschen an mich herangetreten und haben gefragt, ob sie auch was vorbeibringen dürfen, so ist das entstanden“, berichtet Rucki Zucki-Chefin Gertraud Sommer.

Die Palette des „Angebots“ ist breit gestreut – Dekos, Gewandstücke von Kinder- bis hin zu Erwachsenengrößen, Schuhe. „Bücher sind sehr gefragt. Das hat mich doch sehr gewundert, in der heutigen Zeit. Es kommt auch immer wieder vor, dass DVDs ausgeborgt werden“, so Sommer, die in der Regel von 10 bis 13 Uhr im Cafe anwesend ist. „Geöffnet ist der Gabentisch dann bis zirka 17.30 Uhr, alle sieben Tage die Woche.“

Die Intention hinter dem Gabentisch umschreibt Sommer wie folgt: „Der Alltag von uns allen ist aktuell sehr trist. Ich will einfach, dass sich die Leute freuen, ein Lächeln im Gesicht haben.“ Die Gastronomie trifft die Corona-Maßnahmen besonders hart. Wie Sommer über die Runden kommt? „Die Maßnahmen sind für uns alle ein Wahnsinn. Unser Personal ist in Kurzarbeit, dafür bekommen wir auch finanzielle Unterstützung. Man hat jedoch keine Einnahmen. Die Zahlungen für den Strom, die Miete und die Versicherung laufen weiter. Man braucht einen langen Atem, ich bin dabei durchzuhalten. Obwohl ich schon sagen muss, dass ich etwas Bauchweh bekomme.