Gastronomie schöpft dank Abholservice wieder Hoffnung

Seit vergangener Woche ist ein Abholservice erlaubt. Bei einigen Gastronomen können nun wieder Speisen gekauft werden.

Erstellt am 09. April 2020 | 04:06
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Bei der Pizzeria Taverna (im Bild Chefin Dana Mikulasek können wieder Pizzen bestellt und abgeholt werden.
Foto: Facebook

Das öffentliche Leben steht infolge der Corona-Krise nach wie vor still, bei der Gastronomie gab es in der vergangenen Woche eine kleine Lockerung der Maßnahmen. Gäste dürfen nun ihre Speisen im Lokal abholen, wenn sie diese vorbestellt haben, sie nicht vor Ort konsumiert werden und bei der Übergabe ein Mindestabstand von einem Meter eingehalten wird.

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Abstand wird eingehalten! Birgit Haider organisiert den Hilfsdienst von der Stadtgemeinde, Martin Strobl kauft ein und überbringt die Lebensmittel oder Medikamente den Abnehmern.
Privat

Mit diesem kontaktlosen Abholservice warfen einige Mattersburger Gastronomen ihre Öfen wieder an: Bei der Pizzeria Taverna ist dieses Abholservice nun möglich. Bei der Pizzeria David in der Arena, der Pizzeria da Sergio in der Michael Kochstraße oder auch bei Cerys Kebap gibt es nun ein Abhol- wie auch ein Lieferservice.

Das „Schnitzel und Mehr“ offeriert nach wie vor ein Lieferservice, nun können dort Speisen auch abgeholt werden. „Das Lieferservice hat ein bisschen gedauert, bis es in die Gänge gekommen ist, nun läuft es sehr gut“, berichtet Chef Vlasto Protic.

„We share in Need“: 1.000 Mitglieder

Die Facebook-Seite des Peacock wurden von Chef Holger Stefanitsch ins Leben gerufen, um als Anlaufstelle für Hilfestellungen zu dienen und die Resonanz ist enorm. Mittlerweile zählt die Gruppe rund 1.000 Mitglieder und 4.700 Beiträge, Kommentare oder Reaktionen hat es dort gegeben.

Mit der Ankündigung von Montag dieser Woche, dass ab 14. April kleine Geschäfte wieder öffnen dürfen, sorgt für Aufatmen im Handel. Wicky Hesch (Sport 2000) ließ etwa über Facebook wissen: „Nach den derzeitigen Infos der Bundesregierung, dürfen wir voraussichtlich am 14. April wieder unser Geschäft öffnen. Unter welchen Bedingungen wissen wir noch nicht, aber wir informieren euch sobald wir es wissen!“

Bei der Altstoffsammelstelle gab eine Änderung. Dort war bereits erlaubt, Grünschnitt abzuladen, seit Freitag ist auch die komplette Altstoffstammelstelle wieder geöffnet. „Als Vorsichtsmaßnahme dürfen sich nie mehr als fünf Fahrzeuge auf dem Gelände gleichzeitig aufhalten. Bezüglich der Coronakrise gelten auch auf der Deponie die Sicherheitsvorgaben der Bundesregierung“, heißt es auf der Homepage der Stadtgemeinde.

„Ich denke, dass viele Menschen in Zeiten wie diesen umräumen oder ausmisten. Dass dieser Unrat nicht irgendwo anders landet, haben wir die Deponie wieder geöffnet“, berichtet Bürgermeisterin Ingrid Salamon. Von den Mattersburgern zeigt sie sich beeindruckt: „Trotz der negativen Aspekte hat mich der Optimismus und die Hilfsbereitschaft in unserer Stadt stark beeindruckt. Es haben sich die unterschiedlichsten Gemeinschaften und Gruppen gefunden, mit dem Ziel, anderen zu helfen. Auf diese Solidarität der Mattersburger Bevölkerung bin ich stolz und ich möchte mich dafür bedanken!“

Hilfsdienst von der Stadtgemeinde

Von der Stadtgemeinde wird ein Hilfsdienst für ältere Personen angeboten. „Den Einkaufsdienst nehmen im Schnitt vier, fünf Personen pro Tag in Anspruch, das Lieferservice für die Apotheke drei oder vier“, berichtet Organisatorin Birgit Haider. Dass das Essen und die Medikamente auch ankommen, dafür sorgt Martin Strobl (für gewöhnlich betreut er als Kindergartenpädagoge die Walbersdorfer Kinder). „Zuerst fahre ich auf das Gemeindeamt, um mir die Liste der Personen und ihre Einkaufslisten zu holen“, berichtet Strobl. Danach werden beim Spar die Produkte geholt, wobei der Lieferschein zur Stadtgemeinde gesendet wird und diese dann mit den Abnehmern gegenrechnet. „Zumeist rufe ich vorher an, dass ich die Waren bringe, stelle sie ab und fahre wieder“, erzählt Strobl. Kommt es dennoch mal zu einem kurzen Gespräch (der erforderliche Abstand wird natürlich eingehalten), so „merkt man schon, dass die Leute sehr dankbar sind“, so Strobl.