Geschichte einer Marke: "Zum Glück gibt‘s Felix". Das spannende Leben des Herbert Felix gibt Stoff für ein ganzes Buch – das wurde nun in Mattersburg vorgestellt.

Von Wolfgang Millendorfer. Erstellt am 22. November 2018 (04:35)
BVZ
Bei der Buchpräsentation. Horst Horvath, Karl Aufner, Julia Gsertz, Gertrude Andersson-Reisner, Martin Andersson, Elfi Meidl, Walter Reiss, Paula Jakob, Gulliver Wagner, Ingrid Salamon, Herwig Höhsele, Werner Prünner, Stephan Neuhäuser und Edi Sieber (v.l.).

Jeder kennt „Felix Austria“ als jene Marke, die Gurkerln, Gulasch und Ketchup auf unseren Tisch bringt. Weniger bekannt war bislang vielleicht die bewegte Lebensgeschichte des Unternehmensgründers Herbert Felix – das ändert sich nun mit einem Buch, das soeben im burgenländischen Verlag „edition lex liszt 12“ erschienen ist. Vor vollem Haus wurde es in der Vorwoche in der Bauermühle in Mattersburg präsentiert.

„Zum Glück gibt‘s Felix“, so der Titel, basiert auf der in Schweden erschienenen Felix-Biographie von Per T Ohlsson. Denn Schweden war eine der bedeutenden Stationen im Leben des Herbert Felix: 1908 in Znaim geboren, führte ihn 1938 seine Flucht vor den Nationalsozialisten dorthin. Mitgenommen hatte er das Wissen seiner Familie über das Einlegen von Gurken. Und so begann die Geschichte eines der erfolgreichsten Unternehmen der Bezirkshauptstadt im hohen Norden.

Und dort begann auch die Geschichte des Buches, das Gertrude Andersson-Reisner, Walter Reiss und Eduard Sieber nun in deutscher Übersetzung und ergänzt mit neuen Kapiteln herausgebracht haben. Steuerberaterin Andersson-Reisner entdeckte die Felix-Biographie in Schweden, wie sie im BVZ-Gespräch erzählt: „Durch Zufall ist mir das Buch in die Hände gefallen und ich dachte mir, dass es da bestimmt auch viele Leserinnen und Leser im Burgenland geben könnte.“

Eine Lebensgeschichte als spannendes Buch

Übersetzt hat das schwedische Original ihr Sohn, Martin Andersson. Publizist Walter Reiss und Historiker Eduard Sieber unterstützten die Herausgabe des Buches. Einen Beitrag hat auch Gulliver Wagner, Marketing-Chef von „Felix Austria“, beigesteuert. Das Vorwort stammt von Historiker Oliver Rathkolb, der unter anderem für die Biographie Bruno Kreiskys verantwortlich zeichnet.

Mit Kreisky schließt sich auch der Kreis zur spannenden Lebens- und Unternehmensgeschichte: Der spätere Bundeskanzler war Herbert Felix‘ Cousin und dessen engster Verwandter, der den Holocaust überlebt hatte. Durch Kreiskys Vermittlung gründete Felix im Burgenland eine Tochtergesellschaft und eröffnete 1961 die bekannte Fabrik in Mattersburg. Heute ist „Felix Austria“ Teil einer norwegischen Unternehmensgruppe.

Die Geschichte(n) rund um die Top-Marke kann man nun nachlesen. Wie groß das Interesse im Burgenland ist, zeigte sich bei der Präsentation in der Bauermühle: Zahlreiche ehemalige „Felix“-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren dabei, als das Buch vorgestellt wurde. Auf der Bühne zu Wort kamen auch drei ehemalige Mitarbeiter: Betriebslektriker Karl Aufner, Paula Jakob und Elfi Meidl, die von ihrer eigenen Geschichte im Unternehmen erzählten.

Eine solche kennt auch Mitherausgeberin Gertrude Andersson-Reisner: „Als gebürtige Mattersburgerin habe ich natürlich selbst in den Ferien mehrmals bei ,Felix Austria‘ gearbeitet. Mein Vater war 25 Jahre lang im Unternehmen beschäftigt. Und so war und ist ,Felix Austria‘ bis heute auch als Arbeitgeber in der gesamten Region von großer Bedeutung.“