Holzöfen für Afrika. Der Mattersburger Michael Keinrath will mit seinem Team die häusliche Luftverschmutzung in Afrika bekämpfen und hat aus diesem Grund sein Projekt gegründet.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 01. November 2019 (04:42)
Michael Keinrath und Simon Brockmeier bauten im Februar 2019 vor Ort die ersten Prototypen.
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Jährlich sterben mehr Menschen an häuslicher Luftverschmutzung als an AIDS und Malaria zusammen, der große Unterschied ist allerdings, dass diese Tode zur Gänze vermeidbar wären. Das größte Problem hierbei ist, dass viele Menschen in Entwicklungsländern noch mit offenem Feuer heizen und kochen. Aus diesem Grund hat der Mattersburger Maschinenbau- und Industrielle Energietechnik-Student Michael Keinrath gemeinsam mit seinem Kollegen Simon Brockmeier, der für Zertifikate und Logistik verantwortlich ist, das Semina Projekt gegründet. Sie entwickelten Holzsparöfen, die mit lokalen Ressourcen hergestellt werden können und sogar für Menschen, die in großer Armut leben, leistbar sind. Es ist ihnen gelungen, schädliche Emmissionen um 80% und den Brennstoffverbrauch um 60% zu reduzieren.

Um diese Öfen vor Ort produzieren zu können, sollen mobile Containerwerkstätten, sogenannte „Micro-Facilities“, hergestellt werden. Im Sommer 2019 wurde zusammen mit dem Ausbildungszentrum Burgenland BUZ der erste Prototyp einer solchen Werkstatt gebaut. Anfang 2020 wird der Container dann nach Uganda transportiert, wo im Anschluss daran Trainings abgehalten werden, damit die Werkstatt vor Ort in Zukunft unabhängig betrieben werden kann. Die Projekt-Crew wurde seit der Gründung um Public Relations-Beauftragte Larissa Huber und Ansprechpartner in Rechtsfragen David Gausch erweitert, sowie eine Mannschaft aus 20 Jugendlichen und Trainern des BUZ, die bem Bau der Containerwerkstatt unterstützt haben.

2018 wurde das Team mit dem Social Impact Award ausgezeichnet, sie sind außerdem Teilnehmer beim AWS First Programm, haben den ersten Platz beim Climate Launchpad Austria 2019 gewonnen und bereiten sich zurzeit auf das internationale Finale des Climate Launchpad am 15. November in Amsterdam vor.