"Konflikte lösen" als Wahlfach am Gymnasium. Im Mattersburger Gymnasium fungieren Schüler als Mediatoren zwischen Konfliktparteien.

Von Richard Vogler. Erstellt am 28. März 2019 (05:37)
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Corinna Makovich, Raffaela Fercher, Michelle Ramhofer, Jana Glöckner, Nico Sonderhof und Christina Trummer mit Lehrerin Silvia Dirnbauer vor der Schule.
Richard Vogler

Im Rahmen der „Modularen Oberstufe“ im Mattersburger Gymnasium können die Schüler aus zahlreichen Wahlfächern wählen. Eines davon ist „Peer Mediation“, das ab der sechsten Klasse angeboten wird.

„Die Schüler erhalten hier Fähigkeiten für eine konstruktive Konfliktstrategie und sie versuchen dann in der Praxis, zwischen zwei Konfliktparteien zu vermitteln. Die Ausbildung dauert ein Schuljahr, im Wintersemester lernen die Schüler unter anderem Techniken der Gesprächsführung, bei allgemeinen Konflikten oder auch bei der Kommunikation allgemein“, berichtet Lehrerin Silvia Dirnbauer, um einige Punkte anzuführen, nach denen gelehrt wird: „Ich-Botschaften sind wichtig, Du-Botschaften haben oft einen negativen Charakter und auf die Wertschätzung darf man nie vergessen. Mittels mehrmaligem Nachfragen sollte man das Problem konkretisieren. Eines dürfen die Schüler jedoch nie vergessen: Authentisch bleiben, mit Herz und Hirn dabei sein!“

"Authentisch bleiben, mit Herz und Hirn dabei sein!"

Bereits während des ersten Semesters wird man auf die Praxis vorbereitet. „Es gibt Rollenspiele, die man durchspielt, die Positionen werden auch gewechselt und wir erhalten Rückmeldungen“, berichtet Corinna Makovich.

In der Praxis wird nach dem ersten Termin mit der hilfesuchenden Person dann versucht, gemeinsam mit dem anderen Schüler zu einer Lösung für das Problem zu kommen. „Beiden Konfliktparteien sollte man als Peer Mediator auf Augenhöhe begegnen. Wir versuchen diese hinzuführen, damit sie eine gemeinsame Lösung finden“, erzählt Raffaela Fercher. Auch Nico Sonderhof ist einer der Kursteilnehmer.

„Ich habe mich eigentlich schon immer für so etwas interessiert. Ich denke, dass ich dies auch für mein privates Umfeld gebrauchen kann“, erzählt der Gymnasiast. Die Erfahrungen zeigen, dass die Nachfrage gegeben ist. „Ich denke, dass oft die Hemmschwelle bei Gleichaltrigen geringer als bei Lehrern ist“, erläutert Dirnbauer.

Die Schüler werden bei ihren Gesprächen mit mit vielen Problemen konfrontiert. „Um vorzubeugen, dass man sich damit nicht selber auf die Dauer belastet, gibt es bei uns Supervisionen, bei denen die Gespräche analysiert werden“, so Dirnbauer abschließend.