Pendler hoffen auf Ende der Bauarbeiten. Fahrgäste bemängeln Schwachpunkte beim Schienenersatzverkehr. Infos stehen im Internet.

Erstellt am 03. August 2018 (02:54)
BVZ
Der Schienenersatz am Bahnsteig Mattersburg Nord ist nicht ausreichend gekennzeichnet. Bei dieser Haltestelle gibt es keinen Bus, die Bahnfahrer müssen von dort aus zum Hauptbahnhof zu Fuß weiterwandern.

Wegen Sanierungsarbeiten auf der Zugstrecke zwischen Mattersburg und Wiener Neustadt ist noch bis 12. August ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet worden. Trotz des Versprechens der ÖBB für einen reibungslosen Ablauf zu sorgen, zeigen Stellungnahmen von Bahnkunden, dass hier längst nicht alles auf Schiene ist.

Bei einer kurzen Befragung der Fahrgäste bewahrheitet sich die mangelnde Information über den Umstieg vom Gleis auf die Straße. „Ich habe durch Zufall auf Facebook davon erfahren und später durch Bekannte“, erklärt eine junge Pendlerin, die namentlich nicht genannt werden möchte. Igor Matijasevic, in Wiener Neustadt beschäftigt, schlägt in dieselbe Kerbe und verweist auf das Internet als Informationsquelle.

Genau in diesem Punkt liegt der Hund begraben. Während die junge Generation mit dem World Wide Web auf Du und Du ist, stehe er vor Problemen. Vor allem Senioren sind mit dem Netz wenig bis überhaupt nicht vertraut. Die Verlegung der Haltestelle Mattersburg Nord zur Wiener Straße stößt den Kunden ebenfalls sauer auf. Bei einer Besichtigung vor Ort waren keine Beschilderungen zu sehen, wonach die Busse jetzt beim Florianihof stehen bleiben. Ein langjähriger Bahnfahrer, Nikolaus Trummer, weiß zu berichten: „Beim letzten Mal fuhren die Busse noch Mattersburg Nord an. Weiters sehe ich nicht ein, warum fast jedes Jahr Baumaßnahmen gesetzt werden müssen.“

Probleme der Pendler beim Umsteigen

Für die notwendigen Sanierungen und die daraus entstehenden Verspätungen zeigen die Fahrgäste allerdings Verständnis. Trotzdem ist es „in der Früh schon sehr zäh, aber in der Nacht geht es“, erklärt die eingangs erwähnte Pendlerin. So wie alle Berufstätigen müsse sie nun früher aufstehen und beim Umsteigen in Wiener Neustadt einen anderen Zug zur Arbeit nach Wien nehmen.

Eine weitere Wien-Pendlerin, die anonym bleiben möchte, sagt: „Ich bin nicht so besonders zufrieden mit dieser Lösung, denn oft kommt es durch den Schienenersatzverkehr zu Verspätungen und ich verpasse dann in Wiener Neustadt meinen Anschlusszug nach Wien und komme zu spät in die Arbeit. Zum Glück hat mein Arbeitgeber dafür Verständnis.“ Michael Lehrner aus Sigleß löst das Problem mit dem Umsteigen am Bahnhof Wiener Neustadt auf eine andere Art: „Ich fahre mit dem Auto nach Wiener Neustadt, weil die Busse etwas länger brauchen und ich den Anschlusszug nicht erwischen würde.“

Insgesamt sehnen die Bahnkunden das baldige Ende der Sanierungsarbeiten herbei. „Mit dem Zug geht es einfach schneller und bequemer“, betonen die betroffenen Reisenden.