Rauchfrei in der City? Gastronomen sind uneins!

Cafe Konditorei Harrer hat seit Kurzem umgesattelt. Unsicherheit wegen politischer Wankelmütigkeiten steigt.

BVZ Redaktion Erstellt am 27. Juli 2018 | 04:02
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Susanne Seiger findet jetziges Gesetz ausreichend.
Foto: BVZ

Das Rauchergesetz in der Gastronomie sorgt weiterhin für Gesprächsstoff. Auch bei den Lokalbetreibern in Mattersburg herrscht Uneinigkeit. Während die einen den generellen Rauchstopp befürworten, sind andere für eine Beibehaltung der bestehenden Regelung. Auf freiwilliger Basis auf komplett rauchfrei umgestellt hat seit 1. Juli die Café-Konditorei Harrer. „Wahrscheinlich wird es sowieso kommen“, so Michael Harrer zu den Beweggründen, auch im hinteren Teil des Kaffeehauses die Aschenbecher zu entfernen. „Bislang haben wir über Facebook eher positive Rückmeldungen bekommen.“

In der Savio-Bar ist es erlaubt, zu qualmen. „Wir haben es einmal in Erwägung gezogen, sind jedoch wieder davon abgekommen. Ich denke, dass sich dies auf den Umsatz auswirken würde. Ein einheitliches Rauchverbot würde ich begrüßen“, so Savio-Obmann Günther Kroiss.

Florianihof-Chef Alfred Bandat: „Wir haben uns schon vor vielen Jahren für die Trennung der Bereiche entschieden – im vorderen Teil bei der Schank befindet sich der Raucherbereich, da gibt es auch eine gute Lüftungsanlage. Der Saal und das übrige Lokal werden als Nichtraucherbereich geführt. So findet jeder im Florianihof sein Platzerl. Das hat sich bewährt und wird auch weiterhin so gehandhabt.“

Die Gastronomie ist geteilter Meinung

Judith Neusteurer, Geschäftsführerin von „DJ’s American Diner“: „Wir sind gerne ein rauchfreies Lokal, obwohl dadurch vielleicht einige Gäste ausbleiben – im Gegenzug haben wir aber viele Gäste gewonnen, die das Nichtraucher-Lokal als sehr angenehm empfinden. Wer rauchen will, kann auch jederzeit auf die Terrasse gehen.“

Für Sezer Cery vom gleichnamigen Cery’s Kebap und Pizza stellt sich die Diskussion ohnehin nicht. In seinem Lokal gilt schon immer: Qualm aus! „Die Entscheidung rauchfrei fiel vor allem wegen der Kinder“, erklärt der Besitzer. Sein Betrieb ist kurzfristig auf den Brunnenplatz übersiedelt. Auch bei der Rückkehr zum alten Standort in die Gustav Degen-Gasse wird er sein Lokal rauchfrei halten.

Susanne Seiger von „Zur Susi“ bei der Tankstelle Bogner hingegen will, dass weiterhin in ihrer Gaststätte der blaue Dunst erlaubt ist. „Wäre ein Rauchstopp gekommen, haben wir uns überlegt, über dem Gastgarten eine Markise aufzuziehen und dort den Gästen das Rauchen zu ermöglichen“, meint die Geschäftsführerin. Weiters wurde ins Auge gefasst, im Winter zusätzlich Heizschwammerln im Freien aufzustellen.

Beim Café Chili verhält sich die Situation ähnlich. Dort wird das Lokal ebenfalls als Raucherbetrieb geführt. Besitzer Günter Zirling: „Negativ machen sich natürlich die zusätzlichen Heiz-, und Lüftungskosten bemerkbar, aber meine Kunden bevorzugen es hauptsächlich zu rauchen.“ Nebenbei besteht die Möglichkeit für Gäste, welche sich vom Qualm gestört fühlen, im angrenzenden Gastgarten bei wärmeren Temperaturen Platz zu nehmen.

Trotz der verschiedenen Auffasssungen sind sich jedoch alle einig: Eine allgemeine und endgültige Regelung soll endlich Klarheit schaffen.