Rauchverbot erhitzt die Gemüter und die Gastronomie. Jene Wirte, bei denen aktuell noch geraucht wird, können der neuen Regelung nichts abgewinnen.

Von Richard Vogler. Update am 23. Oktober 2019 (10:07)
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Symbolbild

Ab dem 1. November ist es soweit – an diesem Tag tritt das neue Rauchergesetz in Kraft. Demnach ist es fortan gänzlich verboten, in Gastronomieeinrichtungen zu rauchen. Manche Gastronomen haben schon umgestellt, die BVZ hörte sich bei jenen um, in deren Lokal (noch) geraucht wird. Und diese können der Neuerung nichts abgewinnen.

Gerti Sommer, Chefin des „Rucki Zucki“ im Mattersburger Stadtzentrum, hält mit ihrere Meinung nicht hinterm Berg: „Ich denke, mit solchen Vorschriften schafft man eine Zweiklassen-Gesellschaft und man schürt den Hass zwischen den Rauchern und Nichtrauchern“, erzählt Sommer, um weiter auszuführen: „Meine Gäste bestehen zu 95 Prozent aus Rauchern. Einige haben schon gesagt, dass sie nicht mehr kommen werden mit der neuen Regelung. Und andere haben gemeint, dass sie trotzdem rauchen werden – auch wenn ich sie dann rausschmeißen müsste.“ Geht es nach Sommer, so gehört zur Kaffeehauskultur die Zigarette einfach dazu. „Zum Bier oder zum Kaffee wollen die Leute einfach ihre Zigarette genießen.“

Alfred Bandat, Geschäftsführer des Mattersburger Florianihofs, meint, dass „man darüber nicht diskutieren braucht. Gesetzt ist eben mal Gesetz“, um dennoch Krtik zu üben: „Solch ein Gesetz ist eine Entmündigung des Bürgers. Und das nächste Mal wird dem Wirten vorgeschrieben, ob er Wein oder Bier ausschenken darf. Draußen gibt es dann die Aschenbecher, somit wird es dort auch mehr Dreck geben.“

Ob es Einbußen für die Gastronomen geben wird, kann er aktuell nicht abschätzen: „Es wird auf jeden Fall eine Umstellung für die Gäste.“

Im Walbersdorfer Gasthaus Schwentenwein ist das anstehende Rauchverbot bei den Gästen schon länger ein Thema: „Sie sind geteilter Meinung, manche regen sich natürlich auf. Ich werde mich an das Gesetz halten müssen, mir bleibt nichts anderes übrig“, so Arslan.

Der Mattersburger Konditormeister Michael Harrer machte vergangenes Jahr aus seiner Konditorei ein Nichtraucherlokal. Infolge von Einbußen stellte er wieder um, ab Freitag kommender Woche kommt das Rauchverbot. „Wenn es, so wie mit dem neuen Gesetz, für alle gilt, dann finde ich das fair. Dennoch empfinde ich das als eine Bevormundung des Wirten“, erzählt Harrer.

Und Daniela Berger, Chefin des Beetlejuice in der Arena vertritt die Meinung, dass „es einfach keine Selbstbestimmung mehr gibt. Uns bleibt nichts anderes übrig, auf komplettes Rauchverbot umzustellen.“