So sieht das neue KUZ aus!.

Von Bettina Eder. Erstellt am 31. März 2017 (14:09)
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In einer Pressekonferenz präsentierte Landesrat Helmut Bieler – flankiert von den Architekten sowie Landtagspräsident Christian Illedits und Mattersburgs Ortschefin Ingrid Salamon  -   heute die neuen Pläne des Kulturzentrums Mattersburg.

Diese mussten ja nach einem Bescheid des Bundesdenkmalschutzes geändert werden. Das alte Kulturzentrum wurde Ende des Jahres teilweise unter Schutz gestellt. 

Rund 9,3 Millionen Euro werden investiert

Rund 9,3 Millionen Euro sollen in die Arbeiten investiert werden, bei denen ein Gebäudeteil abgerissen und neu errichtet wird. Der zweite, in Sichtbetonweise gebauter Teil soll erhalten bleiben.

Von den 9,3 Millionen Euro sei eine Million durch Auflagen des Bundesdenkmalamtes vorgegeben. Der Entschluss sei nach Monaten der Diskussion mit Workshops und Analysen "fest und unverrückbar gefallen", stellte Bieler fest. "Der Geist des Bestehenden soll bewahrt werden", dies sei ein wichtiges Anliegen vieler im Bezirk Mattersburg und im Land. Gleichzeitig sollten auch neue Ideen ihren Platz haben.

Vorarbeiten ab Ende April

Auch die jüngsten Auflagen des Bundesdenkmalamtes würden in das Projekt einfließen. Ende April soll mit den Vorarbeiten begonnen werden, Ende 2019 soll das Kulturzentrum Mattersburg NEU" fertig sein, skizzierte der Landesrat den Zeitplan.

Im neuen Zentrum sollen "alle Kunst- und Kulturformen möglich sein". Dafür sei eine moderne Raumaufteilung notwendig. "Das ist aus unserer Sicht nur mit einem neu gestalteten Kulturzentrum möglich", sagte Bieler. Dann könnten moderne Theateraufführungen genauso abgehalten werden wie Schulbälle, Lesungen Konzerte junger Bands und Firmenevents.

"Eine komplette Sanierung hätte rund 7,4 Millionen Euro gekostet. Dafür bekämen wir ein altes Haus, weniger Sitzplätze, als wir benötigen, weniger Funktionalität und vor allem weniger Energieeffizienz", meinte Bieler. Allein die Gegenrechnung mache einen Neubau wirtschaftlich. Der neue Saal soll bis zu 600 Sitzplätze fassen.

"Qualität des Begegnens schaffen"

Dem im Stil des Brutalismus errichteten Gebäudeteil, der erhalten bleibt, soll ein neuer Baukörper in selber Relation gegenübergestellt werden, erläuterte Michael Ogertschnig von Kolodeck Architects, die den europaweiten Architektenwettbewerb für sich entschieden. Der neue - ebenfalls Sichtbeton errichtete - Bauteil soll ruhiger ausformuliert sein und das Veranstaltungszentrum enthalten. "Das ganze wird durch ein Foyer verbunden", so Ogertschnig.

Die Grundkonzeption sei gewesen, eine Qualität des Begegnens zu schaffen und die soziale Komponente herauszuarbeiten. Auf der bestehenden Parkplatzebene soll ein großer Platz entstehen, von dem aus man ins Kulturzentrum gelangt. In dem Bereich, der erhalten bleibt, werden sämtliche Anbauten entfernt.

46.000 Besucher jährlich

Das Kulturzentrum Mattersburg wurde 1976 als erstes im Burgenland eröffnet. Bis zur vorübergehenden Schließung und Übersiedelung nach Eisenstadt besuchten rund 46.000 Besucher jährlich die Institution, so Landtagspräsident Christian Illedits (SPÖ). Das geplante Bauvorhaben soll bis zur Fertigstellung rund 150 Menschen beschäftigen.

Der einstimmigen Entscheidung sei ein Verfahren vorausgegangen, "das wirklich allen Untersuchungen standhält", sagte der Leiter der Wettbewerbsjury, der Eisenstädter Architekt Klaus-Jürgen Bauer.

Vor drei Jahren hatte die Ankündigung, das Kulturzentrum neu zu bauen, Diskussionen ausgelöst. Schließlich formierte sich eine Initiative zur Rettung des Gebäudes. Das Thema erreichte über eine Anfrage sogar das Parlament.