Stadtgemeinde will das Pappelstadion kaufen

Angebot von Masseverwalter über 400.000 Euro liegt vor. Offene Entscheidungen haben nur mehr formalen Charakter: Morgen, Donnerstag, entscheidet Gemeinderat, danach der Gläubigerausschuss des Masseverwalters.

Richard Vogler
Richard Vogler Erstellt am 21. April 2021 | 09:41
New Image
Bürgermeisterin Ingrid Salamon vor dem Pappelstadion
Foto: Usercontent, zVg

Gleichbedeutend mit der Commerzialbank-Pleite war auch das Ende des SV Mattersburg. Das „Restvermögen“ der Bank und des Vereins handelten die Masseverwalter ab, so auch das Pappelstadion und am Donnerstag dieser Woche wird die Verwertung des Stadions in die Wege geleitet. Zwischen dem Masseverwalter und der Stadtgemeinde gab es diesbezüglich intensive Verhandlungen mit folgenden Voraussetzungen: Die Stadtgemeinde ist Grundstücksbesitzer, auf dem Sportplatz samt Gebäuden lastete ein „Superädifikat“, was bedeutete, dass dem Verein das Nutzungsrecht bis zum Jahre 2030 zusteht.

Anhand eines Gutachtens wurde nun eine Einigung erzielt. „23,13 Prozent des Superädifikates fällt auf das Vereinshaus, 76,87 Prozent auf die Tribüne mit Kantine, Nebenräume, Kassa, Toilettenanlagen und Außenlagen. Was in Summe 400.000 Euro ausmacht, weitere 15.000 sind noch an Betriebskosten vom vergangenem Jahr vonseiten der Stadtgemeinde offen“, berichtet SPÖ-Bürgermeisterin Ingrid Salamon.

Anzeige

Entscheidungen nur Formalakte

Am Donnerstag steht also im Rahmen der Gemeinderatssitzung der Tagesordnungspunkt „Pappelstadion Mattersburg – Anbot des Masseverwalters über die Ablöse der Superädifikate“ am Plan. „Ich gehe davon aus, dass der Gemeinderat dafür stimmen wird und die Stadtgemeinde bald Besitzer des Stadions ist“, so Salamon. Dass die Stadtgemeinde dafür die Voraussetzung schafft, dürfte kein Problem sein, zumal die SPÖ die absolute Mehrheit im Gemeinderat besitzt. Damit ist der „Deal“ noch nicht komplett über die Bühne gegangen. Der Kaufpreis muss noch im Gläubigerausschuss des Masseverwalters abgesegnet werden, dem Vernehmen nach sollte auch dies nur mehr ein Formalakt sein. Der Zeitrahmen ist bereits abgesteckt. „Am 31. Juli werden wir das Stadion übernehmen können. Mit dem Masseverwalter ist bis dahin vereinbart, dass zweimal pro Woche die Pflege der Sportanlage erfolgt“, so Salamon.

Plan: Pappelstadion „Heimat“ des MSV 2020

Nach dem „Aus“ des SV Mattersburg wurde der „Mattersburger Sportverein 2020“ gegründet. Aktuell trainiert der Nachwuchs des Vereins in der Fußballakademie Burgenland. Geplant ist, dass die neue Spielstätte des Vereins (Nachwuchsteams wie auch die Kampf- und Reservemannschaft) das Pappelstadion ist. „Klar, selbstverständlich ist dies nach wie vor das Bestreben. Dass dies noch etwas dauert, liegt am Procedere. Analog wird es betreffend Nutzung auch Gespräche mit anderen Sportvereinen geben, zumal dies ja ein öffentliches Gebäude ist“, so Salamon.

Manfred Strodl, Vereinsvorsitzender des MSV 2020: „Natürlich freute es uns, dass der erste Schritt beim Pappelstadion gemacht ist. Wir werden das Gespräch mit der Stadtgemeinde suchen.“