Unterstützung für Frauen im „FrauenKreisel“. Im „FrauenKreisel“ im Mattersburger Einkaufszentrum (MEZ) finden Frauen vielfältige Angebote vor. Beraterin Susanne Landrichter erklärt das junge Sozialprojekt.

Von Christian Artner. Erstellt am 08. Februar 2020 (03:42)
In den einladend dekorierten Räumlichkeiten des FrauenKreisels im ersten Stock des Mattersburger Einkaufszentrum (MEZ) finden Frauen, die egal in welcher Lebenslage Unterstützung benötigen, kompetente Beraterinnen vor, eine davon ist die diplomierte Lebens- und Sozialberaterin Susanne Landrichter. Zudem besteht für Frauen die Möglichkeit, sich völlig ungezwungen dort zu treffen und miteinander zu plaudern und gegenseitig wertvolle Tipps auszutauschen.
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Das herausstechende Merkmal eines Kreisels ist es, dass er, sobald erstmal mit Schwung in Bewegung gesetzt, sich dreht und dreht und dreht. Dieses Drehmoment lässt sich insofern auf die Arbeit, die von dem Projekt „FrauenKreisel“ in Mattersburg verrichtet wird, anwenden, als dass sich hier einfach alles um Frauen und deren Bedürfnisse dreht, fasst Susanne Landrichter das Konzept hinter FrauenKreisel zusammen, das von „itworks“, einer Personalservice GmbH getragen und vom Land Burgenland und dem Europäischen Sozialfond gefördert wird. „Und zwar um Frauen ab 18 Jahren, die egal in welcher Lebenslage Unterstützung suchen.“

„Es können alle Themen zur Sprache kommen“

Ein Fokus, aber bei Weitem nicht der einzige, liegt dabei auf der beruflichen Veränderung, Neuorientierung und dem Wiedereinstieg ins Arbeitsleben. „Wir stehen deshalb auch im Austausch mit dem AMS.“ Ein wesentlicher Punkt für interessierte Frauen sei aber, dass alle Angebote im FrauenKreisel freiwillig, unverbindlich und kostenlos sind. „Von Montag bis Donnerstag gibt es zwischen 9 und 16 Uhr die Möglichkeit, einfach unangemeldet vorbei zu kommen. Wenn es um Themen geht, die innerhalb kurzer Zeit abgehandelt werden können, etwa die Frage, an welches Amt muss man sich bei einem bestimmten Anliegen wenden, wird diese Information sofort gegeben“, erklärt Landrichter. Geht es um umfassendere Fragestellungen oder Probleme, werden Einzeltermine mit einer Beraterin vereinbart. Hier kann es zum Beispiel um Fragen der Kindererziehung oder um Partnerschaftsprobleme gehen oder darum, wie man einen Steuerausgleich richtig ausfüllt. „Es können wirklich alle denkbaren Themen besprochen werden.“

Im großen Seminarraum mit schicker roter Ledercouch gibt es auch jeden Donnerstag zwischen 9 und 11 Uhr ein Frauencafé mit kleinem Frühstück, wo sich die Frauen untereinander austauschen und gegenseitig unterstützen können. „Die Frauen plaudern, frühstücken miteinander und es wird viel gelacht. Auch Diversität wird bei uns groß geschrieben!“ So gibt es zum Beispiel eine Frau, die früher Kinderkrankenschwester war und sehr viele wertvolle Tipps geben kann oder eine Frau aus Syrien, die immer kleine Spezialitäten mitbringt.

FrauenKreisel bietet zudem auch Workshops und Exkursionen an. Am 3. Feber startete ein dreiteiliger Selbstverteidigungskurs, am 17. März wird Mattersburg einst und heute mit einer Führung durch das 70er Haus behandelt. Außerdem gibt es Tipps für gesunde Ernährung, Basteln für Mamas und Kinder, Stressbewältigungs- und Achtsamkeitsübungen und vieles mehr, berichtet die Diplom-Lebens- und Sozialberaterin und Kindergartenpädagogin Landrichter. Auch die Frauen selbst sind eingeladen, Themen für Workshops zu finden, die für sie von Interesse sind.

„Leider wissen noch zu wenige Frauen davon“

Trotz dem der FrauenKreisel auf recht jungen Beinen steht, wird er schon gut besucht. „Die Angebote werden gut angenommen, aber es wissen einfach noch zu wenig Frauen davon. Deswegen ist es wichtig, dass sie von den Möglichkeiten, die hier angeboten werden, erfahren.“ Auf dass sich der Kreisel auch in Zukunft dreht und Frauen ein zusätzliches Unterstützungsangebot vorfinden, sollten sie ein solches benötigen.