Wirbel um Silo-Erweiterung in Pöttelsdorf

In Pöttelsdorf sorgt der Umbau des Silos im Ortsinneren für Unruhe. Der Gemeindevorstand holt sich nun rechtliche Hilfe.

Erstellt am 04. März 2021 | 04:55
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Vize-Bürgermeisterin Eva Schachinger ist gegen das Bauvorhaben rund um das Silo.
Foto: zVg

Vor rund 30 Jahren wurde der Ort Pöttelsdorf schon „gespalten“. 1990 wurde nämlich ein Getreide-Silo von der Firma Glatter erbaut. Im Jahr 2000 übernahm diesen die vitakorn Biofuttermittel Ges.mbH., welche Biogetreide als Futter herstellt.

Jetzt soll das Getreidelager von einer Kapazität von 10.000 Tonnen auf 20.000 Tonnen erweitert werden. Geplant sei auch der Abriss des alten Futterwerks, wo ein kleiner Laden und Betriebswohnungen gebaut werden sollen. In Aussicht ist auch eine Schallisolierung, um Lärmemissionen zu verhindern. Ebenso soll eine Begrünung vorgesehen sein. Auch der Verkehrsfluss auf den Zufahrtsstraßen solle besser geregelt werden und neue Parkplätze für die LKWs gebaut werden.

Auch Ortschef betroffen

Auch Ortschef Rainer Schuber ist von den Umbau-Plänen der vitakorn Biofuttermittel Ges.mbH betroffen: „Ich lebe direkt neben dem Silo. Ich als Bürgermeister möchte natürlich das Beste für meine Bevölkerung. Wir haben gemeinsam mit dem Gemeindevorstand entschieden, uns rechtliche Hilfe zu holen. Gemeinsam mit betroffenen Anrainern und dem Vorstand setzen wir uns am Donnerstag zusammen und werden durchbesprechen, was wir tun können. Es geht vor allem darum, dass man die Rechte der Anrainer wahrt“. Auch Schuber wünscht sich in Zukunft eine ungestörte Nachbarschaft. „Trotzdem müssen wir die Hektik aus dem Ganzen nehmen, sonst kommen wir auf keinen grünen Zweig“, so Schuber.

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Bürgermeister Rainer Schuber ist selbst vom Umbau des Silos betroffen, da er nur 100 Meter entfert wohnt.
zVg

„Mein derzeitiger Wissensstand ist jener, dass das bestehende Objekt um einen weiteren Megabau vergrößert werden soll. Seit Jahren häufen sich Beschwerden von Anrainern, nicht nur nächtlicher Lärm, sondern auch intensive Gerüche, Feinstaub und Verkehrschaos durch zuliefernde LKW sorgen für Unmut in der Gemeinde“, so Vize-Bürgermeisterin Eva Schachinger. Für Schachinger ist klar, dass die SPÖ gegen dieses Vorhaben ist. Vergangene Woche haben Eigentümervertreter und Architekten das geplante Megaprojekt den Gemeindeverantwortlichen präsentiert. Schachinger möchte alle zur Verfügung stehenden rechtlichen und demokratischen Mittel ergreifen, um den Bau zu bekämpfen. „Ein Bau dieser Größenordnung verursacht aber nicht nur Lärm, sondern auch das Verkehrsaufkommen bleibt hoch. Das ist für Pöttelsdorf unzumutbar“, so Schachinger.

Plan nur bei BH Mattersburg eingegangen

Zunächst sei nur der Plan bei der Bezirkshauptmannschaft Mattersburg eingegangen. Entschieden ist noch nichts. Sollte eine Genehmigung erfolgen könnte das Bauprojekt bereits im September 2022 fertiggestellt werden. „Dies muss dann auch akzeptiert werden“, so Bürgermeister Schuber.

Vitakorn-Geschäftsführer Herbert Lugitsch war für eine Stellungnahme nicht ereichbar.