Mattersburg: Tschürtz will „absolute Mehrheit brechen“

Die Liste „Johann Tschürtz – Vorwärts Mattersburg“ hegt für das kommende Jahr ambitionierte Ziele.

Erstellt am 07. Oktober 2021 | 06:09
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Wieder vereint. Hans Tschürtz holte Peter Pregl einst in die Lokalpolitik. Nach Differenzen trennte man sich, nun gibt es wieder ein Miteinander.
Foto: Richard Vogler

Die BVZ berichtete bereits vor zwei Wochen über die voraussichtliche Bürgermeisterkandidatur von FPÖ-Klubobmann Hans Tschürtz. Die Meldung vom Freitag beinhaltet dennoch eine Überraschung: Er stellt sich im kommenden Jahr zwar der Bürgermeisterwahl, jedoch nicht als FPÖ-Kandidat, sondern mit seiner Liste „Johann Tschürtz – Vorwärts Mattersburg“. Als Partner fungiert Peter Pregl, Obman der im Gemeinderat vertretenen Liste Zukunft Mattersburg.

Tschürtz stammt aus Loipersbach, ist seit mittlerweile rund zwei Jahren in Mattersburg wohnhaft. Vor einigen Monatten bekundete Tschürtz erstmals Interesse, als Bürgermeisterkandidat anzutreten – damals noch als FPÖ-Kandidat. Was heftige Kritik nach sich zog und den Rücktritt vom Mattersburger FPÖ-Stadtparteiobmann Sigi Steiner zur Folge hatte.

„Durch den großen Zuspruch in der Mattersburger Bevölkerung habe ich nun endgültig den Entschluss gefasst, für das Bürgermeisteramt zu kandidieren. Derzeit herrscht in Mattersburg eine Politik der Pannen und des Hinterherlaufens. Es braucht endlich wieder jemanden, der die Ärmel hochkrempelt, die Zügel in die Hand nimmt und mit viel Stärke die Lebensqualität in unserer Stadt erhöht“, erläuterte Tschürtz im Rahmen einer Pressekonferenz.

Tschürtz prägt seit Jahren die Freiheitliche Partei im Burgenland, war FPÖ-Landeshauptmannstellvertreter und ist aktuell FPÖ-Klubobmann. Warum er nun nicht für die Freiheitlichen als Bürgermeisterkandidat ins Rennen geht? „Das hatte ich schon einige Zeit im Kopf. Ich will alle Bevölkerungsschichten einbinden. Auch jene, die bei einer anderen Partei dabei sind und sich vielleicht denken, dass bei ihnen nicht viel weiter geht.“

Im kommenden Jahr wird neben dem Bürgermeister auch der Gemeinderat neu gewählt. Mit der „Fusion“ von Tschürtz und Pregl werden die FPÖ und die LZM bei den Gemeinderatswahlen nicht wählbar sein. Tschürtz hält fest, dass „unsere Liste eigentlich der FPÖ zurechenbar ist. Jeder Zustellungsberechtigte gibt bekannt, welcher Partei er zugehört und bei uns ist dies die FPÖ“.

Bei den letzten Gemeinderatswahlen holte die SPÖ 51,3 Prozent der Wählerstimmen. Im kommenden Jahr gibt es durch die Nichtkandidatur der FPÖ und der LZM eine konkurrierende Partei weniger. Dass durch diese neue Konstellation die Chancen, die absolute Mehrheit der SPÖ zu brechen, geringer ist – dies will Tschürtz so nicht gelten lassen. „Klar ist, dass wir die absolute Mehrheit brechen wollen. Bei Kommunalwahlen geht es vorrangig um die handelnden Personen und ob die Wähler Vertrauen haben. Ich glaube kaum, dass eine Parteizugehörigkeit Einfluss hat.“

„Bei Themen auf der selben Wellenlänge“

Peter Pregl stieg in die Lokalpolitik einst als FPÖ-Gemeinderat ein, nach Streit mit Tschürtz gründete er seine „Liste Zukunft Mattersburg“. Wie es nun wieder zur Zusammenarbeit mit Tschürtz gekommen ist? „Wir haben uns in Mattersburg öfters gesehen. Es hat Gespräche gegeben und es wurde ausgelotet, ob das Vertrauen wieder aufgebaut werden kann und ob eine Zusammenarbeit möglich ist. Dies hat gepasst und auch bei den Themen liegen wir auf der gleichen Wellenlänge. Mir ist direkte Demokratie ganz wichtig, die Bürger sollen bei Entscheidungen miteingebunden werden“, erläutert Pregl. Das Ziel für die Gemeinderatswahlen ist das selbe wie für Tschürtz. „Natürlich wollen wir die Absolute brechen und wollen eine Veränderung in der Gemeinde.“