Männergesangsverein Pöttelsdorf: Endlich wieder proben

Erstellt am 21. Februar 2022 | 06:17
Lesezeit: 4 Min
440_0008_8286738_mat07ca_maennergesangsverein_poettelsdo.jpg
Der Männergesangsverein Pötteldsdorf 1863 mit Obmann Roland Jakob (r. stehend) bei deren letzten Auftritt im September des vorigen Jahres in Oberösterreich bei der Hochzeit des ehemaligen Obmanns Erich Pauschenwein.
Foto: zVg
Der Pöttelsdorfer Männergesangsverein ist der älteste noch aktive Männerchor im Burgenland. Damit das auch in Zukunft so bleibt wird jetzt wieder fleißig geprobt.
Werbung
Anzeige

„Gesang im kräftigen Chor, erfreuet Herz und Ohr“: So lautet das gesungene Motto des Männergesangsvereins Pöttelsdorf, und das schon seit mittlerweile 159 Jahren. Heute halten noch 15 aktive Sänger diese jahrhunderteübergreifende Vereinstradition am Leben. „Wir sind somit der älteste noch aktive Verein dieser Art im Burgenland“, berichtet Obmann Roland Jakob. „Der Haydn-Chor wurde zwar im selben Jahr gegründet wie wir. Dieser ist aber mittlerweile bereits ein gemischter Chor.“

Damit diese Geschichte auch weiterhin fortgeschrieben wird, will man jetzt wieder jeweils montags mit den Proben beginnen. „Die letzte Probe hatten wir im Oktober. Zu diesem Zeitpunkt dachten wir noch, dass wir vielleicht das Weihnachtskonzert singen könnten.“ Aber auch dieses musste inzwischen schon zum zweiten Mal in Folge abgesagt werden. In der Evangelischen Kirche in Pöttelsdorf singen die Hobbysänger unter normalen Bedingungen über den Jahreszyklus hinweg an allen heiligen Feiertagen. Daneben gibt es auch einige weltliche Auftritte. Ihr letzter war im September in Oberösterreich. Dieser war ein ganz besonderer: „Unser langjähriger Obmann, Erich Pauschenwein, der mittlerweile schon über achtzig ist, hat geheiratet. Das durften wir uns natürlich nicht entgehen lassen.“ Der nächste Auftritt steht zwar noch nicht fest. „Aber ich habe gehört, dass wir bei der Eröffnung des Gemeindezentrums im Sommer einen Beitrag leisten sollen“, sagt Jakob. Auch bei der Weintaufe in der Domaine Pöttelsdorf hat der Verein etliche Jahre mitgewirkt. Genauso steht ein Auftritt bei Licht ins Dunkel im Vereinsregister.

Singen ist Medizin für Körper und Geist. Man stärkt dabei die Lunge, die Gesichtsmuskeln werden beansprucht und nebenbei werden auch noch soziale Kontakte gepflegt. Roland Jakob Obmann des MGV Pöttelsdorf

Ziemlich genau 120 Lieder kann der Verein zum Besten geben, sagt Jakob. Alle Lieder werden grundsätzlich vierstimmig gesungen: mit Erstem und Zweiten Tenor sowie Erstem und Zweiten Bass. „Das sind die hohen Stimmen, die Mittelstimmen und der Bass. Wir haben Minimum von jeder Stimme zwei Sänger. Ein Doppelquartett können wir also immer aufstellen.“ Roland Jakob selbst singt den Ersten Tenor. Wie überhaupt jeder Ausfall oder Abgang bei Vereinen dieser Größenordnung ein Problem darstellt, sind es vor allem die höheren Stimmlagen, die bei Männerchören gesucht werden. „Da ist jeder Ausfall natürlich eine halbe Katastrophe. Basssänger sind eher zu finden als die zwei Tenorstimmen.“ Und dann wäre überhaupt noch die Sache mit dem Nachwuchs. „Wie viele andere Vereine haben wir in diesem Bereich auch Probleme. In der Blütezeit, in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, hatten wir noch vierzig Sänger. Scheinbar ist das Singen in einem Verein heutzutage nicht mehr besonders populär. Das Argument, das ich immer höre, ist: man möchte sich nicht binden, nicht jede Woche zu den Proben gehen und auch nicht immer bei den Auftritten dabei sein.“

Bereits seit 1985 im Verein aktiv

Jakob selbst hat sich schon seit 1985 an den Verein gebunden, seit ungefähr zwei Jahren ist er jetzt Obmann. Auch wenn es derzeit mit dem Anwerben von Nachwuchs nicht so gut läuft, so freut es Jakob umso mehr, dass die Aktiven immer noch mit einer ungeminderten Leidenschaft am Werk sind. „Bei den Proben sind wir eigentlich fast immer vollzählig. Und jeder ist mit Begeisterung und mit Herz und Seele dabei.“

Das Singen beschreibt Jakob wie eine Medizin für Körper und Geist. „Man stärkt dabei die Lunge, die Gesichtsmuskeln werden beansprucht und nebenbei werden auch noch soziale Kontakte gepflegt. Jeden Monat hat jemand Geburtstag und das feiern wir dann auch.“ Der Spaß, das Lachen, der Schmäh kommen also ebenfalls nicht zu kurz. „Es ist nicht so, dass wir einfach nur zu den Proben gehen und die Lieder der Reihe nach herunter singen. Zwischen den Liedern machen wir eine Pause, trinken etwas und sind gesellig. Unser Chorleiter, Sigfried Leyrer , ist auch nicht allzu streng mit uns, falls wir mal einen Ton nicht treffen.“ Deshalb ist auch jeder herzlich eingeladen, sich am Verein zu beteiligen, sagt Jakob. „Wir würden uns sehr freuen, wenn wir neue Mitglieder aus Pöttelsdorf oder der Umgebung bei uns begrüßen könnten.“

Werbung