Grundsteinlegung zur NMS. Durch den „Spatenstich“ bei der NMS letzte Woche wurde nun auch offiziell der Baubeginn für das neue Schulgebäude eingeleitet. Etwa zehn Millionen Euro fließen in das Projekt.

Von Christian Artner. Erstellt am 05. Juli 2019 (11:55)
Christian Artner
OSG-Obmann Alfred Kollar, Brigitte Knotzer (Direktorin der Neuen Mittelschule), Landesschulinspektor Erwin Deutsch, Bildungslandesrätin Daniela Winkler sowie die Bürgermeister der beteiligtn Gemeinden Krensdorf, Neudörfl, Pöttsching und Bad Sauerbrunn Karl Izmenyi, Dieter Posch, Martin Mitteregger und Gerhard Hutter. Nicht am Bild: der Bürgermeister aus Sigleß Josef Kutrovatz, dessen Gemeinde sich ebenfalls an den Kosten beteiligt.

Die Bauarbeiter, die letzten Dienstag im Rücken der Szenerie auf dem Rathausplatz bei brütend heißen Temperaturen und der gnadenlos herabblitzenden Sonne ihr Werk verrichteten, dürften von den Reden, die dort unter einer provisorisch errichteten Zeltplane zur späten Mittagszeit gehalten wurden, aufgrund ihrer räumlichen Entfernung nicht allzu viel vernommen haben.

Hätte man sich nicht schon Minuten vor Beginn der Versammlung anlässlich des Spatenstichs für die Neue Mittelschule einen der begehrten Plätze unter den zu knapp bemessenen Sonnenschirmen ergattern können, es wäre dem Reporter wohl trotz räumlich-akustischer Nähe, aber einem Hitzekollaps nahe, ähnlich den Bauarbeitern gegangen.

So aber konnte er, mit Mitleid bekundendem Blick auf die scheinbar zusehends rötlicher werdenden Nacken der Gäste auf den Bänken in der ersten Reihe, einigermaßen entspannt den Ausführungen von Bürgermeister Dieter Posch zuhören: „Ich habe euch versprochen, nicht eineinhalb Stunden lang zu reden“, fällt gleich zu Beginn ein Satz, der erleichtert aufatmen ließ. Vieles hätte der nie um Worte verlegene Bürgermeister sicherlich zum 10-Millionen-Euro-Projekt Neue Mittelschule referieren können. So aber beschränkt er sich auf das Wesentliche und referierte einige Eckpunkte, die bis zum heutigen Stand der Dinge hinführten.

„Platz für 160 Schüler und 23 Pädagogen“

Wie ein roter Faden zog sich dabei das Wort Vertrauen durch seine Rede. Am Anfang stand ein einstimmiger Gemeinderatsbeschluss im Frühjahr 2017, in dem ein parteiübergreifendes Vertrauen ausgesprochen wurde, ein solches Projekt gemeinsam zu stemmen, das, wie es Alfred Kollar, Obmann der Oberwarter Siedlungsgenossenschaft (OSG), die als Bauträger auftritt, in seiner anschließenden Rede nannte, „normale Dimensionen von burgenländischen Projekten deutlich übersteigt“.

Das Gebäude der Neuen Mittelschule, das barrierefrei gestaltet werden soll, wird in zwei Phasen errichtet und soll für die derzeit 160 Schüler und 23 Pädagogen zeitgemäße Lern- und Arbeitsbedingungen bieten und auch für die steigende Nachfrage nach Nachmittagsbetreuung Platz schaffen. Acht Unterrichtsräume, sechs Kleingruppenräume, zwei Informatiksäle, einen Zeichensaal, einen Werkraum, eine Lehrküche und eine Bibliothek sind unter anderem neben einem Tagesheim und Ruhebereichen für die nachmittägliche Betreuung vorgesehen.

„Mittlerweile währt diese Zusammenarbeit mehr als 20 Jahre. Aus ihr sind mehr als 300 Wohnungen und Reihenhäuser hervorgegangen.“

Die OSG war zugleich auch der zweite Adressat, dem das Attribut vertrauensvoll angeheftet wurde: „Die Entscheidung, wem man ein solches Projekt überantwortet, fällt nicht mit dem Würfel, sondern sie basiert auf Vertrauen. Dieses Vertrauen zur OSG hat die Gemeinde schon sehr lange.“ Kollar bestätigt diese Beziehung: „Mittlerweile währt diese Zusammenarbeit mehr als 20 Jahre. Aus ihr sind mehr als 300 Wohnungen und Reihenhäuser hervorgegangen.“

Dem Gemeinderatsbeschluss folgte als zweiter Schritt die Planung und Kostenschätzung. Hier vertraute man auf die Expertise des Architektenbüros Zachmann aus Neudörfl, das „bereits beim Umbau und der Erneuerung der Volksschule und des Martinihofs sehr engagiert und verlässlich gearbeitet hat“, so Posch.

In einem dritten Schritt wurden Partnergemeinden mit einbezogen. Neben Neudörfl finanzieren auch Bad Sauerbrunn, Krensdorf, Pöttsching und Sigleß beim Bau der NMS mit. „Es wurde auf einer Vertrauensbasis und auf Augenhöhe unkompliziert über eine anteilige Kostenverteilung verhandelt“, lobt Posch die gemeindeübergreifende Zusammenarbeit.

„Kein Cent kann besser investiert werden“

Schließlich wurde in einem letzten Schritt, bevor mit dem Abriss eines Teils des alten Gebäudes im März begonnen werden konnte, behördliche Genehmigungen eingeholt und Förderansuchen gestellt. Zwanzig Prozent der fiktiven, nicht der tatsächlichen Baukosten bekomme man als Fördergelder vom Land Burgenland, das sind 760.000 Euro. In Summe wird das neue Schulgebäude rund zehn Millionen Euro kosten. „Das ist ein gut angelegtes Geld in die Zukunft unserer Kinder. Ich glaube, kein Cent könnte besser investiert werden.“

Die Schüler, das Lehrpersonal und die Direktorin werden das Gebäude ab nächstem Jahr zum Lernen, Lehren und Verwalten nutzen können. „Wir werden in einer sehr sportlichen und ambitionierten Bauzeit dieses Bauvolumen im Herbst des nächsten Jahres umgesetzt haben“, gibt Kollar bekannt.

Bildungslandesrätin Daniela Winkler (SPÖ), die ebenfalls eine kurze Rede hielt und abschließend einen modifizierten „Spatenstich“ vornahm, indem sie mit einem Kran geschickt einen Grundstein in die Baugrube steuerte, sagte zum Projekt NMS: „Gute Lern- und Arbeitsbedingungen sind eine grundlegende Voraussetzung für den Lehr- und Lernerfolg. Die NMS Neudörfl wird durch den Neubau modernen pädagogischen Anforderungen gerecht und erlaubt Schülern und Lehrern die erforderliche Flexibilität.“