Dorffest: Ärger wegen Absage

Fast im letzten Moment wurde das Dorffest in Neudörfl abgesagt. Der Grund: ein falscher Covid-Alarm in der Volksschule.

Christian Artner Erstellt am 16. September 2021 | 06:06
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Das Dorffest wurde zwar abgesagt. Der Kirtagbaum wurde von der Burschenschaft Neudörfl aber trotzdem aufgestellt.
Foto: facebook

Das Dorffest, auf das sich die große Mehrheit der Neudörfler bereits freute, fand am Wochenende nun also doch nicht statt. Am Donnerstag Vormittag wurde die Entscheidung getroffen, berichtet Bürgermeister Dieter Posch. Dem vorausgegangen waren einige Covid-Verdachtsfälle in der Volksschule. „Unser Schuldirektor rief mich an und sagte mir, dass bei der Testung ein bis mehrere positive Covid-Fälle aufgetreten wären. Die Bildungsdirektion hatte daraufhin angeordnet, alle Schüler aus der Schule zu entlassen.“ Wie sich zu Mittag dann herausstellte, waren die Verdachtsfälle unbegründet. Bettina Deutsch, für Öffentlichkeitsarbeit in der Bildungsdirektion zuständig, bestätigt das: „Es gab Verdachtsfälle bei den PCR-Tests. Deshalb wurden die Kinder zur Sicherheit nach Hause geschickt. Letztendlich war aber kein Kind tatsächlich positiv.“ Am Freitag wurde der Unterricht wie gewohnt wieder aufgenommen.

In Bezug auf das Dorffest bedeutete dieser Vorfall allerdings, dass kurzfristig Handlungsdruck vorhanden war. „Meine Überlegung war, wenn 180 Kinder nach Hause geschickt werden, die theoretisch alle das Potential haben, die Infektion weiter zu tragen, könnte das zwei Tage später zu einem großen Problem werden. Ich möchte mir nicht den Aufschrei vorstellen, der entstanden wäre, wenn die Schule aufgrund von Covid-Fällen geräumt wird, wir aber trotzdem unser Fest veranstaltet hätten.“ Die Entscheidung, das Dorffest abzusagen, hat Bürgermeister Posch gemeinsam mit dem Obmann des Fremdenverkehrsvereins, Walter Horvath, und der Covid-Beauftragten Sabine Zenz sowie den Vereinen beraten. Auch die Bezirkshauptmannschaft war mit eingebunden. „Diese hat die Entscheidung sehr positiv aufgenommen, denn der Bezirk Mattersburg weist derzeit die höchste Inzidenz im Burgenland auf.“

Kurz nachdem die Absage erfolgte, erhielt auch Dieter Posch die endgültigen Testergebnisse, die, wie erwähnt, alle negativ ausfielen. „Ein Zuwarten wäre aber aus unserer Sicht nicht zu verantworten gewesen, weil zu diesem Zeitpunkt auch alle letzten logistischen Arbeiten gemacht werden mussten.“
Den Vereinen und der Öffentlichkeit wurde auch immer klar kommuniziert, dass es sein könnte, dass auch erst einen Tag vor der Veranstaltung die Absage kommen könnte. „Alle waren auf dieses Szenario vorbereitet.“ Viele hätten auch zur schwierigen, aber letztendlich verantwortungsbewussten Entscheidung gratuliert. Die Pandemie sei kein Spaß, sondern eine ernsthafte Angelegenheit. „Genauso gut hätte sich die Situation zu einem Schulcluster entwickeln können. Wenn man ein Dorf vor einer allfälligen Gefahr schützen möchte, muss man manchmal auch unpopuläre Entscheidungen treffen.“

Auch einige Tage danach steht Dieter Posch noch zur Entscheidung. „Je mehr ich das aktuelle Infektionsgeschehen beobachte, desto mehr fühle ich mich eigentlich bestätigt.“
Bei der am Montag abgehaltenen Gemeindevorstandssitzung wurde auch über das weitere Vorgehen beraten. „Alle Mandatare halten es nicht für realistisch, dass im heurigen Jahr das Dorffest an einem Ersatztermin noch stattfindet. Wobei ich natürlich noch einmal mit den Vereinen rede. Sie sind es, die sagen, ob ein neuer Versuch unternommen wird.“
Der Bürgermeister bekräftigt zudem noch einmal, dass bei allen uneinbringlichen getätigten Ausgaben der Vereine eine Lösung mit der Gemeinde gefunden wird. „Dafür verbürge ich mich.“